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Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
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nur für ein besonderes Studium ergiebig sind (Sammlungenvon Kupferstichen, Gemmen und Münzen; auch viele Pri-vatsammlungen von Gemälden). Die Miniaturen der Hand-schriften liess ich weg, weil deren häufige Besichtigungihren Untergang beschleunigt. Endlich Avird es nicht be-fremden, dass die ganze Darstellung nicht über das Endedes vorigen Jahrhunderts herabreicht. Für die moderneKunst bringt fast Jedermann feste Massstäbe mit.

Die Anordnung des Buches, an ivelche sich der Lesermit Hülfe des sorgfältigen Registers bald gewöhnen wird,Avar die einzig mögliche, Avenn der Hauptzweck, die Be-handlung der Denkmäler nach ihrem Kunstgehalt und ihrenBedingungen, auf so engem Raum erreicht werden sollte.Für schnelle Orientirung sorgen die Reisehandbücher, derentrefflichstes, von Ernst Förster , auch mir an manchenStellen A'on grossem Nutzen gewesen ist. Das Raisonne-ment desCicerone macht keinen Anspruch darauf, dentiefsten Gedanken, die Idee eines Kunstwerkes zu verfol-gen und auszusprechen. Könnte man denselben überhauptin Worten vollständig geben, so Aväre die Kunst überflüs-sig und das betreffende Werk hätte ungebaut, ungemeisselt,ungemalt bleiben dürfen. Aber auch bis an die erlaubtenGrenzen bin ich nicht gegangen; schon die notliwendigeKürze verbot diess. Das Ziel, welches mir vorsclnvebte,Avar vielmehr: Umrisse vorzuzeichnen, Avelche das Gefühldes Beschauers mit lebendiger Empfindung ausfüllen könnte.