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Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
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Architektur. Basilica von Pompeji.

silica und von zwei Anbauten derselben (die man für Bibliothekenerklärt) wie in einem Hofe eingescblossen. Ob der Bau ein Obergeschosshatte und welcher Art, bleibt wie so manches andere ein Problem.

Diese Basilikenform war es mm bekanntlich, welche die Christenfür ihre Gotteshäuser adoptirten, da die heidnischen Tempel mit ihremverhältnissmässig so kleinen Innern für die Aufnahme von ganzen Ge-meinden nicht genügt haben würden. Das Mittelsehill', welches hiernoch den Charakter eines mit Hallen umgebenen Hofes bat, scheintan andern Basiliken öfter bedeckt gewesen zu sein; die Christen gabenihm ebenfalls sein Dach und erhoben die Perspective gegen den Altarbin zur wichtigsten Rücksicht.

Von den Basiliken der guten römischen Zeit ausserhalb der Ilaupt-a stadt ist die zu He re ul an um nach der Ausgrabung wieder zugescliiit-ütet worden, dagegen die zu Pompeji noch so W'eit erhalten, dass sieeinen lebendigen künstlerischen Eindruck giebt. Sie war dreisekiffig,unten von ionischer Bastardordnung, die obere Halle korinthisch, wieman aus den vorhandenen Fragmenten sieht. Das Mittelschiff war un-bedeckt (die Regenrinnen am Boden sind noch sichtbar) und von derHalle auch vorn und hinten umgeben: das Tribunal ganz hinten bil-dete einen erhöhten Bau mit besonderer kleiner korinthischer Säulen-halle. Die perspectivisclie innere Ansicht muss eigcnthümlich reizendgewesen sein. Sehr interessant ist die Zusammensetzung der unternionischen Säulen aus concentrischcn Backsteinblättern, welche nachaussen schon eine fertige Cannelirung darstellten, die nur noch desStucco-Uberzuges harrte. Die Halbsäulen an der Wand und das Zu-sammentreffen von Halbsäulen in den Ecken i) sind gleichsam Vorah-nungen von Motiven, welche in der christlichen Arcliitectur auf dasBedeutungsvollste ausgebildet werden sollten. (Das gegenüberliegendeesog. Chalcidicum und das Pantheon sind ihrer Bestimmung nachso zweifelhaft, dass wir sie hier bloss nennen, um sie bei den öffent-lichen Gebäuden nicht gänzlich zu übergehen; von dem Chalcidicumstammt die prachtvolle Thüreinfassung mit dem von Thieren belebtend Itankemverk her, welche jetzt im Museum von Keapel den Eingangzur Halle des Jupiter bildet.)

* *) Diess u. a. auch am Herculestempcl zu Brescia .