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Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
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Decoration. Pompejanlsche Scenographie.

Der Hintergrund dieser phantastischen Baulichkeiten ist theilsweiss, theils himmelblau, auch wohl schwarz, und contrastirt sehrkräftig mit den dazwischen ausgespannten farbigen Wänden. Oft sindauf besondern schmalen Zwischenfeldern noch leichtere Arabesken,Hermen, Candelaber, Tliyrsusstäbe u. dgl. angebracht. Die Künstletwussten sehr wohl, dass eine reiche Decoration, um nicht bunt undschwer zu werden, in mehrere Gattungen geschieden sein muss. DerSockel ist meist als Fläche behandelt und enthält: entweder natür-liehe Pflanzen, wie sie an der Mauer wachsen; oder, auf besonderseingeraluntem dunklem Grunde, Masken mit Weinlaub (auch wohl aufTreppchen liegend mit Fruchtschnüren ringsum), fabelhafte Thiere,einzelne Figuren, kleine Gruppen u. dgl. — Über der Hauptfläche istder oberste Theil der Wand meist mit geringerer Liebe (auch wohlvon geringerer Hand) verziert. Allerdings entwickelt sich bisweilenerst liier das weiter unten begonnene Giebel- und Guirlandenwesenauf hellem Grunde zum grössten Reichthum; oft aber nehmen kind-liche Darstellungen von Gärten und Laubgängen oder sog. Stillleben(todte Küelienthiere, Fische, Früchte, Geschirr, Ilausrath etc.) dieseStelle in Beschlag. (Wenn man eine Lichtöffnung in der Mitte derDecke annimmt, so erklärt sich die geringere malerische Behandlungdieser obern Wandtheilc, welche das schlechteste Licht ge-nossen, ganz einfach.)

Den Zusammenklang dieses köstlichen Ganzen empfindet man ama besten im sog. Pantheon zu Pompeji , wo von zwei Wänden be-trächtliche Stücke der Malereien ganz erhalten sind. Am Sockel: gelbevortretende Piedestale mit schwarzen Füllungen, zum Theil mit gelbenKaryatiden; an der Ilauptfläche: ein hinten durchgehender rotherRaum mit prächtigen Architekturen und Durchblicken ins (helle) Freie,davorgestellt grosse schwarze Wände mit Guirlanden und Mittelbil-dern, die zu den werthvollsten gehören (Theseus und Aethra, Odysseus und Penelope etc.); vor die Säulen sind unten, wie in der Regel,kleine Landschaften eingesetzt; die Architekturen selbst sind mit Ge-stalten von Dienern, Priesterinnen u. s. w. trefflich belebt; am obernTheil der Wand: theils Durchblicke ins (blaue) Freie mit Gestaltenvon Göttern, theils Stillleben auf hellem Grunde. — Raphaels Logen