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Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
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Ornamente.

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Wahrhaft harmonischen Eindruck machen kann. "Wohin musste esschon im VI. Jahrhundert in Italien gekommen sein, wenn man fürdie ravennatischen Kirchen, in Ermanglung antiker Bruchstücke, dieSäulen und Capitäle aus der Gegend von Constantinopel fertig holenll ess? Seihst die baulichen Combinationen und Ideen kamen, wie er-wähnt, tlieilweise von Osten her.

Und doch keimt neben der Barbarisirung der grossem aue ' m Rost schöner Einzelbildung weiter in Gestalt des OrnameZu gewissen Zwecken. .

Rer Schutt Roms war damals unermesslich reich an kleinemstücken aller Art, die Jedem zu Gebote standen. Aus steinernen unthönemen Consolen, Simsfragmenten, Cassetten u. s. w. entstan imX - Jahrhundert die sog. CasadiPilato (richtiger Haus des Gres-acentius). Ausserdem aber gab es und giebt es stellenweise noch Plat-ten von kostbaren Steinen, mit welchen einst die "Wände der Palasteh( 'tegt gewesen waren: es gab Porphyrsäulen und Fragmente solcher,auch vid en grünen numidischen Marmor und Giallo antico. DieseÄ^te zerschnitt man und setzte daraus neue Zeichnungen zusammenJte zu Scheiben gesägten Porphyrsäulen pflegten dann die Mittemerzu verz ierenden Fläche einzunehmen; das Übrige wurde mit gelbem,grünem und weissem Marmor ausgelegt. Das inzwischen sehr empor-gekommene Mosaik half mit seinen Glaspasten und zumal mit Goldnach; doch blieb der Stein in Rom immer das Vorherrschende, unddiese Decoration ist daher schon von Anfang an etwas Anderes alsle saraccnische oder moreske, welche wesentlich auf Glaspasten be-sc rankt blieb. Letzteres gilt, wie wir sehen werden, auch von derunteritalischen.

Thürpfosten, bischöfliche 11 ^ 6 ^ 16 CS sind Fussböden,

Schranken und E'nf 6 ^ roiie ) Lesepulte (Ambonen, Analogien),

von Sitzen, Altäre und Säulen fürer Sculptur und der plastischen Ornamentik ')

. . yoriiomad, ist äusserst

Was von dieser in Rom . vor dem XII. Jahrhun Gosmaten herrübrt.barbarisch, und so auch Späteres, was nicht von den