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Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
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Gothische Architektur. Dom von Siena .

schwarzen Marmors (die in dem später erbauten Chor weislich ein"geschränkt ist) die architektonische Wirkung theilweise auf; die Ab"Wendung der Papstköpfe als eine Art von Consolen unter dem Ge"simse war vielleicht eine allerdings übel getroffene Aushülfe, &1 3man sah, dass neben dem durchgehenden Schwarz und Weiss nufdas allerderbste Gesimse ins Auge fallen würde. An sich betrachtetsind aber die Pfeiler mit ihren Halbsäulen (XIH. Jahrhundert?)gegliedert und leicht, und der Raum schön eingetheilt, mit Ausnahifl eder unerklärlichen Kuppel.

Aber an diesem Bau machte Siena nur sein Lehrstück. Ganz an"ders gedachte man die gewonnenen Erfahrungen zu benützen, alsJahr 1321 der neue Anbau begonnen wurde, ein colossaler dreischiffi"ger Langbau, dem das Bisherige nur als Querschiff dienen sollte. Die"ser neue Dom 1 ), angefangen vom Maestro Lando, wäre bei weiten 1

*) Rumohr (Ital. Forschungen II, S. 123 ff.) ist bei diesem Anlass in einen Irf'thum gerathen, vor welchem ihn gerade die von ihm entdeckten und mitg e 'theilten Urkunden am ehesten hätten schützen müssen. Derjenige Neub* u(novum opus), von welchem schon im XIII. Jahrhundert die Rede ist, vr**nicht der neue Dom, sondern, wie ich glaube, der Chorbau des alten; wahr'scheinlich war derselbe bisher dem Chorbau von Pisa ähnlich und wurde i ,nXIII. Jahrhundert durch den jetzigen ersetzt (wobei dem Agostino und Agnol°von Siena das Anrecht auf die Hinterfassade S. Giovanni ungeschmälert bl ßl "ben mag). Von diesem Chorbau gilt das Frclocoll vom Jahr 1260, a. a. ü-S. 128. Dagegen ist in dem Protocoll vom Jahr 1321, a. a. 0. S. 129offenbar der neue Dom gemeint:dessen Fundamente jetzt eben gelegt \v« r 'den und der somit unmöglich dasjenige Gebäude sein kann, über dessen g e 'rissene Wölbungen im Jahr 1260 Rath gehalten wurde. Weiter ist von <ü >rlinorae dieses neuen Domes die Rede, was R. durchPfeiler übersetztallein es sind die Strebepfeiler der Substructionen gegen den Palazzo d e *magnilico hin gemeint; sie senkten sich bereits und man fand sie nichtgenug. Einen Augenblick war Muth und Lust zum Weiterbau völlig verlö'ren. Allein schon in dem Protocoll von 1322, a. a. 0. S. 133, trägt eifl 0grosse und frische Begeisterung den Sieg davon; man thut das Gelübde,nur den neuen Dom zu bauen, sondern auch den alten damit in Harmoniesetzen. In den nächstfolgenden Jahren muss dann dasjenige Gebäude eid "standen sein, dessen unfertige Ruine wir bewundern. Die 1339 beschlösse^ 0Verlängerung der navis ecclesiaä gegen die Piazza Manetti hin (a. a. 0. S- 1*^bezieht sich wahrscheinlich wieder auf den alten Dom ; es heisst: de novo ß ftt