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Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
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150
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J50 Gothiache Architektur. Verona . Venedig .

thümlicher und gedrückter; von aussen bietet der tüchtige Backstein'bau mit Anbauten und Umgebung einen malerischen Anblick >)a S. Anastasia in Verona (Dominicanerkirche), nach 1261 h e 'gönnen, hat eine nur theilweise und spät inerustirte Fassade, ist abe fin Betreff des Innern eine der schönsten und schlanksten Kirchen die'ser Gattung, mit reinem Oberlicht und trefflicher Vertheilung d® 6innern Schmuckes. Auch der äussere Anblick malerisch. (Das Kirch'lein links vor der Fassade heisst S. Pietro martire.)b Das Innere des Domes von Verona verbindet eine ähnliche An'läge mit gegliederten schlanken Pfeilern statt der Rundsäulen. Die s6Gliederung nähert sich schon etwas derjenigen im Dom von Mailand )allein die Leichtigkeit der Bildung und die Wohlräumigkeit des Ganze 0lassen diess vergessen. Da die Seitenschiffe fensterlos blieben, bra®!*man in die (ältere) Fassade grosse gothische Fenster ein.

Die einschiffigen gothischen Kirchen Veronas theilen mit den üb'rigen die schöne, malerisch glückliche Behandlung des Äussem. NicW s )was nicht auch anderswo vorkäme, aber Alles vorzüglich hübsch bei'sammen und selbst durch Unsymmetrie reizend. Einen solchen Anblickcgewährt besonders S. Fermo mit seiner aus Backstein und Marin 0 *gemischten Fassade, dem Vorbogen des Seitenportals, den Giebelund Spitzthürmchen des Chores und Querbaues. Im Innern das voll'ständigste Beispiel eines grossen Holzgewölbes, aus je drei Reib 011Consolen mit zwei halben und einem mittlern ganzen Tonnengewölb 6bestehend; den constructiven Werth können nur Leute vom Fach b®'durtheilen. S. Eufemia ist von Aussen weniger bedeutend und i 1Innern ganz erneuert.

Die gothischen Kirchen Venedigs sind mit Ausnahme der b®>den genannten von keinem Belang; meist auf Säulen ruhend, der® 11Capitiile insgemein von auffallend roher Bildung sind. Sie wiederhol 61

* Der Dom von Vicenza , innen einschiffig mit Capellen auf beiden Sch 61gehört dagegen zu den gedanken- und principlosen Gebäuden der italienisch 66Gothik; die Marmorfassade hat eine jener matratzenartigen Incrustationen, ' v esie sonst hauptsächlich in Mittelitalien Vorkommen. Der Chor geringenaissance.