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Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
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Renaissance. Decorirende Malerei. Loggien.

dorther entlehnt sein mag, so ist eben die Composition imeine völlig neue und originelle. Gerade das Wesentliche, die aU ^gende Pilasterverzierung, gewährten die antiken Vorbilder nicMjganz anders. ^ #

Das grosse Gelieimniss, wie das Unendlich-Viele zu eine 111 ^monisehen Eindruck zu gestalten sei, ist hier vermöge der Gliede rll ^(und Abstufung gelöst. Die Ilauptpilaster, die Nebenpilaster:Bögen, die Bänder und Gesimse verschiedenen Ranges erhalte® J ^Gattung ihr besonderes System von Verzierung; die Architektur Dnoch immer die Herrin des Ganzen. Was die Fenster der MaU el ;^von Wandfläche übrig Hessen , wurde durchsichtig gedacht und e i(f ,auf himmelblauem Grunde jene unübertrefflich schönen Fruchts^ 11 ’ 1 ^,in welchen der höchste decorativc Styl sieh mit der schönsten mWahrheit verbindet, ohne dass nach einer optischen Illusion S eS j c tworden wäre, die das Auge hier gar nicht begehrt. Inncrh®^viereckigen Kuppelräume ist die Umgebung der je vier Gemäld e ,frei und verschiedenartig verziert, wie dies bei einer Reihenfolg®lirter Räume angemessen war. ^

Eine Analyse dieses Ganzen würde ein umfangreiches Buch ^den. Wie hier Stuccatur und Malerei, Figur und Ornament, diß ,|ben der Gegenstände und ihrer Gründe sich zu einander vei'h® ^(oder verhielten), davon muss das Auge sich im Detail überzeug 1 ^Wer sich die Aufgabe setzt, bei jedem Besuch des Vaticans ^eine Abtheilung des Ganges genau durchzusehen, der wirdbleibenden Eindruck davon tragen und vielleicht in einer Anzald ^Figuren und Gruppen die unmittelbare rafaelische Zeichnung 61inen. (Die Gewülbemalereien in dem Gang zunächst unter diesengien sind ganz von Giov. da Udine ; sie stellen RebcnlaubeDmit andern Pflanzen schön durchflochten und mit Thieren belehW

Ein illuiliches decoratives Gefühl, nur in einem andern Stoff an $ausgesprochen, offenbart sich in den wenigen erhaltenen Randarabe 5

J ) Auch die Mitwirkung der einst glaoirten Bodenplatten (S. 228, Anm.)in Erinnerung zu bringen.