Buch 
Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
Entstehung
Seite
374
JPEG-Download
 

374

Der Barockstyl.

sondern marmorne Schreinerarbeit sind. Die kleinlichsten Ge ^j S tder venezianischen Frührenaissance spuken hier in barocken ^gehüllt fort; es ist die Fantasie jener Schränke von Ebenholz;bein und Email (Studioli), die damals mit schwerem AufwandPaläste der Grossen beschafft wurden. Der Platzmangel nöthig* 6zu einer concentrirten Pracht, allein diese konnte sich auch h®rockstyl würdiger ausdriicken als durch solche Puppenkasten. ^Übrigens war die Herrschaft dieser Fassadenform in Itali® 1 ^lange und keine durchgehende; im XVIII. Jahrhundert sind die ^ g,tigsten Fassaden wieder alle geradlinig; so die sehr colossale g,a Pietro in Bologna und die sich schon dem neuern Classicisffl 119 ^,b hernde am neuen Dom von Brescia; in Rom diejenige von S - ^cvanni de’ Fiorentini, welche Aless. Galilei in ErmangluO^ff,durch Nachlässigkeit verlorenen Zeichnungen Michelangelo’s e” ^ohne sich in die der altern Zeit angehörige Anlage mit breitenschiffen wieder hineinflnden zu können. Von ihm ist auch di e ^d sade des Lateran’s <), wo das vorgeschriebene Motiv einer oberD .gia über einem untern Vestibül wahrhaft grossartig von einer ‘ ^Halle Einer Ordnung eingefasst ist, die sich oben in fünf Bog en )in fünf Durchgängen mit geradem Gebälk öffnet. (Lehrreichemit der in jeder Beziehung schlechtem Fassade von S. Peter.) f0 ,e welcher einige Jahrzehnde später (1743) nach einem ähnliche* 1 ^gramm die Fassade von S. Maria maggiore baute, kehrte zU ^, 9 rSystem zweier Ordnungen zurück, und schuf ein Werk, welches jdurch reiche Abwechselung und durch den Einblick in Logg 10, ^Vestibül malerisch wirkt, aber selbst abgesehen von den se ^ T ^eßgearteten Einzelformen kleinlich und durch die Seitenbauten g 6 ß.erscheint. Gleichzeitig entstand freilich noch viel Schlechteres; efdie gewundene Fassade und Vorhalle von S. Croce in Geru sa(von Gregorini). Und doch hatte für kleinere Kirchenhalle und Loggia schon Pietro da Cortona um 1680 ein sogtiges Muster aufgestellt wie S. Maria in via lata (am Corso). ^Ausser jenen geschwungenen Fassaden kommen übrig enS

0 Die hintere Fassade gegen den Obelisken, wo früher die Benedicti 011theilt wurden, ist eine gute Doppelhalle aus der Zeit Sixtus V -