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Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
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Villen und Gärten.

so vor, wie man wohl annimmt und einzelne davon sind s ° ~ jp

sich

und ruhig eomponirt, so zur Umgebung gedacht, dass

Vollkommneres in dieser Art ersinnen lässt. Das Ganze hat D® 9 ' p

Zweck, welcher demjenigen des sog. englischen Gartens gerade*^!

gegengesetzt ist. Es will nicht die freie Natur mit ihren ZufäU'S ^

künstlich nachahmen, sondern die Natur den Gesetzen der Kunst

machen. Wo man krumme Wege, Einsiedeleien, Chinoiserien, ^

hütten, Schlossruinen, gothische Capellen u. dgl. antrifft, da * a p f <

dernste Nachahmung des Auslandes die Hände im Spiel gebäht

Italiener theilt und versteht die elegische Natursentimentalität g* f ^[6

wovon diess die Äusserungen sind oder sein sollen. Das Wesß"^

des italienischen Gartens ist vor Allem die grosse, übersichtliche) «t

metrische Abtheilung in Räume mit bestimmtem Charakter. ^

ist der genannte Prunkgarten und seine Umgebung von

mit Balustraden und Rampentreppen der reichsten architekto* 1 j,

Ausbildung fähig, durch halbrunden Abschluss (als sog- * ^

durch Abstufung, durch Grotten und Eontainen; insgemein s * e ^ e f'

im nächsten Zusammenhang mit dem Gebäude der Villa. Dann ^

den Tliäler und Niederungen stylisirt durch Absätze, und das ^

gerader Linie durchfliessende Wasser zu Bassins erweitert

möglich zu Cascaden aufgesammelt, deren mässiges Träufeh 1

architektonischen und mythologischen Schmuck motivirt wird und

nicht lächerlich erscheint, wie der künstliche Naturwasserfall

lischen Gartens bei ähnlicher Armuth. Oder es wird eine Ni® ^ c s

als Circus gestaltet (und sogar als solcher gebraucht). Oder ein

Thal, eine ganze Gegend wird auch einer bestimmten Vegetation ^

lassen, doch nicht bis zum vollen Eindruck des Ländlichen;c'

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a nienhain der Villa Pamfili z. B. wird Niemand für einen

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wachscnen Pinienwald halten. Sodann erhalten die (sämmtlicli S ^ ^linigen) Gänge, die womöglich auf bedeutende Ausblicke, aUBrunnen und Sculpturen gerichtet sind, entweder eine blosse Einoder eine Überwölbung von immergrünen Bäumen; im erst® f11

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Man versäume nicht, sich zur Villa Torloniverschaffen. Sie enthält dengegenüber der classischen in den altern Villen.

vor Porta Pia ganzen Cursus der romantischen «