Buch 
Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
Entstehung
Seite
987
JPEG-Download
 

Paolo Veronese .

987

der

spätem Werke Tizians; die Heiligen sind z. B. zwanglos

V. Y 8 Postament gruppirt, auf welchem die Madonna sitzt. (Acad. a8,le dig • S. Francesco della vigna, 5. Cap. 1.) Das schönste die- b% 1< ^ er: S. Cornelius, S. Antonius abbas und S. Cyprian nebst^ e * s ^^ len und einem Pagen, findet sich in der Brera zu Mai- cti,..' ~~ In den erzählenden Bildern geht der allgemeine vene-1](,V C le Mangel an genügender Entwicklung der Figuren bis zuris^^^ödlichkeit; Haltung und Schritt aber haben oft etwas son-Schwankendes. Allein Paolo hat, wo er sich anstrengt, edlerea ^ Sc ^ e Gedanken als die übrigen Schulgenossen, wie man amffc 0ss *n S. Sebastiano zu Venedig sieht, welche Kirche eine sehr d'^ llza hl Bilder von ihm, die trefflichsten und grössten im Chor,It^ 1 Vollends sind die Hochaltarbilder von S. GiustinazuPaduaefe^ 011 8. Giorgio in Braida zu Verona , mit den Martyrien derfltlte n Heiligen, Meisterwerke ersten Ranges; Paolo dämpft das80 weit als möglich zum Existenzbild, mässigt sich im1> S ^ aS ® e ^ utsamste ; me Met die Excesse des Naturalismus,auf diese Weise die nöthige h'assung um seine Farbe in'eher Praehtfülle vortragen zu können. Mit seinen weltlichen

«Uder

Vei 'hält es sich nicht anders; die berühmte

l U S “

-Familie des<

im Pal. Pisani a S. Polo wirkt nur desshalb

>Vj n ...1 0 0,1. 0 100.0 o Ol. 0 0.0 „..HO ..Ol 1,1001..... SO gailZ

weil ^ a3 P a *hos auf das Nothwendigste beschränkt, dereiner blossen demüthigen, Präsentation gedämpft ist. —vorzugsweise solche Ereignisse, die sich dem Ceremonien-^tii 5<ihern > wie die Anbetung der Könige (Brera zu Mailand ), diebv on Saba (mit den Zügen der Elisabeth von England , Uffi-iSe ine eigentlich en Ceremonienbilder werden wir im DogenpalastMp. n ^ er uen. — Die ganz schwachen erzählenden Bilder übergehen®ind zumeist solche, in welchen auch die Farbe geringem^lj t . ^at. (Ein unglückliches Roth hat z. B. oft alle Lasuren ver-Paolo wird zwar niemals roh wie Tintoretto , allein sehr nach-

d n nicht frei davon, und bei Paolo giebt es sogar höchst auffallende Bil—6eh^ en ^‘ escr Art, Lüsternheit zu erregen hat sich die Kunst oft herge-aIlein dass nian gerade mit diesem Typus einem Durchschnittsgc-8e in' aCli Genü S c geleistet habe, bleibt räthselhaft. Rubens, der denselben auf8 Weise umdeutete, traf vielleicht schon eher den Sinn seiner Leute.