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Zweyter Band.
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1370.

210 Geſchichte von England.

men h). Eduard gieng ſelbſt mit einer andern Armee nach Bourdeaur zu Schlffe;wurde aber ſo lange vom widrigen Winde ausgehalten, daß er die Unternehmung unterlaſſen mußte). Herr Robert Knolles marſchirte mit einer Armee von 30, Mannaus Calais, und ſetzte ſeine Verheerungen fort bis an die Thore von Paris , ohne ſeinenFeind zu einem Treſſen bringen zu koͤnnen. Er ſetzte ſeinen Marſch bis an die ProvinzMaine und Anjou ſort, welche er verwuͤſtete; allein da ein Theil ſciner Armee hier von duGueſclin geſchlagen wurde, der itzt zum Connetable von Frankreich ernannt war, und dererſte vollkommne General in Europa zu ſeyn ſchien; ſo wurde der Reſt aus einander gejagt und zerſtreuet, und die wenigen Uebriggebliebenen flohen, anſtatt nach Guienne zugehen, nach Bretagne , deſſen Oberhaupt ſich mit England verbunden hatte k). DerHerzog von Lancaſter machte kurz darauf einen gleichen Verſuch mit einer Armee von25, 00 Mann; und marſchirte durch ganz Frankreich von Calais bis Bourdeaur;wurde aber von den leichten Truppen, welche ihn beſtaͤndig verfolgten, ſo mitgenommen,daß er nicht die Haͤlſte von ſeiner Armee nach dem beſtimmten Orte brachte. Die Nothzwang den Eduard endlich, einen Waffenſtillſtand mit dem Feinde zu machen!); nach-dem ihm alle ſeine alte Provinzen, ausgenommen Bourdeaux und Bayonne , und alle ſeineeroberten Lander, bis auf Calais , abgenommen waren.

Den letzten Jahren des Koͤniges war vieles Herzeleid vorbehalten; und ſie entſpra-chen nicht den glaͤnzenden und praͤchtigen Scenen, welche den Anfang und das Mittel ſei-

nes Lebens angefuͤllet hatten. Außer dem, daß er den Verluſt ſeiner auswaͤrtigen Pro-

vinzen erlebte, und jeder Verſuch, ſie zu vertheidigen, fehl ſchlug; verſpuͤrte er auch dieAbnahme ſeines An ſehens in ſeinen Laͤndern, und erſuhr, durch einige ſcharfe Vorſtellun-gen des Parlaments, die große Unbeſtaͤndigkeit des Volks, und den Einfluß des gegen-wärtigen Schickſals in deſſen Urtheile m). Dieſer Prinz, welcher in der Bluͤthe ſeinesAlters ſich vornehmlich mit Krieg und Ruhm beſchaͤfftiget hatte, fieng zur unrechten Zeitan, dem Vergnuͤgen nachzuhaͤngen; und da er itzt Wittwer war, ſo ergab er ſich einerDame von Verſtand und Witz, mit Namen Alice Pierce, welche eine große Herrſchaftuͤber ihn erhielt, und durch ihren Einfluß dem Volke ſo viel Mißvergnuͤgen erregte, daßer ſie, um das Parlament zu befriedigen, von ſeinem Hofe wegſchaffen mußte n). DieTrägheit, welche natuͤrlicher Weiſe Alter und Schwachheiten begleitet, machte, daß erdie Regierung groͤßten Theils ſeinem Sohne, dem Herzog von Lancaſter uͤberließ, die,weil er bey dem Volke gar nicht beliebt war, die Zuneigung, welche die Englaͤnder fuͤr derPerſen und die Regierung des Koͤniges hatten, ſehr ſchwaͤchete. Man trieb die Eiferſuchtgegen den Herzog ſehr weit; und da man mit unbeſchreiblicher Betruͤbniß den Tod desPrinzen von Wallis taͤglich naͤher kommen ſah; ſo beſuͤrchtete man, daß die Nachfolgeſeines noch minderjaͤhrigen Sohnes, Richard, durch die Raͤnke des Lancaſters und durchdie ſchwache Nachſicht des alten Koͤniges moͤchte hintertrieben werden. Allein Eduard

erklaͤrte,h) FProiſfard. Liv. I. Chap. 302. 303. 303. h) Froiſſard. Liv. I. Chap. 321. Walſing.Walſingham. S. 186. S. 187.i) Froiſſard. Liy. I. Chap. 311. Walſing.S. 187. m) Walſing. S. 189. Ypod. Neuſt. S. 530,) Froiſſard. Liv. I. Chap. 291. Walſing.S. 185. n) Walſingham. S. 189.