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Zweyter Band.
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265
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Heinrich der Vierte. Kap. XVIII. 265

gemacht, indem er zu Ravenſpur, in Gegenwart des Grafen von Northumberland , außdas Evangelium geſchworen, daß er keine andre Abſicht haͤtte, als den Beſitz des Her⸗ 1403.zogthums Lancaſter wieder zu ertzuten, und daß er allezeit Rickards getreuer Unterthanbleiben wollte. Er machte ſeine Schuld recht groß, daß er den Koͤnig erſtlich vom Thronegeſtoßen, darauf ermordet, und ſich des Rechts des Hauſes Mortimer angemaßt hatte,welchem nach Rlchards Tode, ſo woßl nach der Stammfolge der geraden Linie, als nachder Erklaͤrung des Parlaments, der erledigte Thron mit Recht zukaͤme. Er beklagte ſichuͤber die Grauſamkeit ſeiner Politik, indem er erlaubte, daß der junge Graf von Marche,den er als ſeinen Souverain anſehen muͤßte, in den Haͤnden ſeiner Feinde gefangen waͤre,und er ſogar keinem von ſeinen Freunden erlauben wollte, wegen ſeiner Auszoͤſung zu han-deln. Er beſchuldigte ihn eines zweyten Meineides, weil er die Nation mit ſchweren Auf.lagen beſchweret hatte, da er doch geſchworen, niemals anders, als in der aͤuſſerſten Noth,Abgaben zu verlangen; und warf ihm die Kunſtgriffe vor, die er angewandt, um in demParlament eine guͤnſtige Wahl zu erhalten; Kunſtgriffe, die er den Richard ehemals ſelbſtvorgeworſen, und die er zu der vornehmſten Urſache der Verdammung und Abſetzung die.ſes Prinzen gebraucht haͤtte n). Dieſes Manifeſt war recht dazu angelegt, den Streitzwiſchen den beyden Parteyen zu entflammen: die Tapferkeit der beyden Ayfuͤhrer verſprachein hartnaͤckiges Treffen, und von der Gleichheit der Armeen, deren jede gegen 12, 0Mann ſtark war, eine Anzahl, welche von den Anfuͤhrern bequemer beweget werden konnte,konnte man viel Blutvergießen auf beyden Seiten, und einen ſehr zweifelhaften Ausgangdes Treffens erwarten.

Wir finden in dieſen Zelten kaum ein einziges Treffen, in welchen der Angriff heftl⸗ Den a itenger, ſchrecklicher und anhaltender geweſen iſt. Heinrich wagte ſich an die gefaͤhrlichſten SchlalcOerter. Sein tapferer Sohn, deſſen Heldenthaten nachmals ſo beruͤhmt wurden, und Sbrews.der hier als ein Lehrling in den Waffen eine Probe ablegte, that ſich auf den Fußtapfen bury. 5ſeines Vaters hervor; und eine Wunde im Geſicht, die er von einem Pfeile bekam, konnteihn nicht bewegen, das Feld zu verlaſſen). Piercy unterſtuͤtzte denjenigen Ruhm, dener in ſo vielen blutigen Treffen erhalten hatte. Und Douglas, ſein alter Feind, itzt aberſein Freund, war beſtaͤndig ſein Rebenbuhler unter den Schrecken und der Verwirrungdieſer Schlacht. Dieſer Herr verrichtete Heldenthaten, die faſt unglaublich ſind: er ſchienſich entſchloſſen zu haben, daß der Konig von England an dieſem Tage durch ſeine Waf.fen fallen ſollte: er ſuchte ihn auf dem ganzen Schlachtſelde: und da Heinrich, um entwe.der dem Angriff der Feinde auf ſeine Perſon zu entwiſchen, oder ſeine Leute dadurch auf-zumuntern, wenn ſie glaubten, er ſey allenthalben, verſchiedene Officier mit der koͤnigli-chen Kleidung angethan hatte; ſo machte das Schwerd des Douglas, daß dieſe Ehre vie-len das Leben koſtete). Indem aber die beyden Armeen ſo heftig mit einander fochten,entſchied der Tod des Piercy von unbekannter Hand den Sieg, und die koͤniglichen behiel.ten das Feld. Man ſagt, daß an dem Tage auf beyden Seiten gegen zwey tauſend drey

hundert Vornehme umgekommen ſind; die Vornehmſten aber von Sciten des Koͤniges wa-ren

u) Hall. S. 21, 22. y) Walſingh. S. 366, 367. Hall. S. 22.x) Hit. Livii. S. 3.

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