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Zweyter Band.
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387
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Eoͤuard der Fuͤnfte. Kap. XXIII. 387

des jungen Monarchen zu haben. Die Koͤniginn wollte gern diejenige Herrſchaft uͤber ib.ren Gemahl ſo lange gehabt hatte, und ſchrieb deswegen an den Grafen von Rivers, daß 1483.er einige Truppen werben ſollte, um den Koͤnig auf der Reiſe nach London zu bedecken, öihn bey der Kroͤnung zu beſchuͤtzen und zu verhuͤten, daß er ihren Feinden nicht in die Haͤn-

de fiele. Die entgegengeſetzte Partey ſah ein, daß Eduard itzt in einem Alter war, wo

ſie ſich ſeines Namens und ſeiner Gegenwart ſehr vortheilhaft bedienen konnten, und daß

er ſich demjenigen Alter naͤherte, wo er nach den Geſetzen berechtiget war, ſeine Gewalt

ſelbſt auszuuͤben; ſie ſah voraus, daß man bey dieſer Maaßregel die Abſicht haͤtte, ihreUnterwuͤrfigkeit unter ihren Nebenbuhlern beſtaͤndig zu machen, und widerſetzte ſich einemEntſchluß den ſie fuͤr ein Zeichen zur Erneurung der buͤrgerlichen Kriege im Koͤnigreiche

ausgab. Lord Haſtings drohete, ſogleich zu ſeinem Amte in Calais abzugehen): Die an-

dern Adlichen ſchienen entſchloſſen, der Gewalt Gewalt entgegen zu ſetzen: Und da der Her-

zog von Gloceſter, unter dem Vorwande den Streit beyzulegen, ſich wider alle Bedeckung

von bewaffneten Truppen erklaͤrte, als welche gefaͤhrlich ſeyn koͤnnte, und keinesweges noͤ-

thig waͤre; ſo widerrief die Koͤniginn, welche ſich auf die Aufrichtigkeit ſeiner Freundſchaftverließ, und durch eine fo gewaltſame Widerſetzung ſurchtſam wurde, ihren Befehl an ih;

ren Bruder, und erſuchte ihn, kein groͤßeres Gefolge mit zu bringen, als noͤthig waͤre,

den Staat und die Wurde des jungen Souverains zu unterſtuͤtzen 0).

Unterdeſſen reiſte der Herzog von Gloceſter mit einem zahlreichen Gefolge des norb-lichen Adels von Vork ab. In Northampton kam der Herzog von Buckingham mit einemprächtigen Gefolge zu ihm; und da er hoͤrte, daß man dem Koͤnig auf dieſem Wege ſtuͤnd-lich entgegen ſah, ſo wollte er ſeine Ankunft erwarten, unter dem Vorwande, ihn von danach London zu begleiten. Der Graf von Rivers beſorgte, der Ort moͤchte zu klein ſeyn, dasganze Gefolge zu laſſen, ſchickte deswegen den Koͤnig auf einem andern Wege nach Sto-ny. Stratford, und kam ſelbſt nach Northampton , um ſich deswegen zu entſchuldigen, unddem Herzoge von Gloceſter ſeine Aufwartung zu machen. Er wurde mit dem größtenSchein der Vertraulichkeit aufgenommen: Er brachte den Abend auf eine freundſchaſtlicheund vertraute Art bey dem Herzoge von Gloceſter und Buckingham zu: Er reiſte den fol-genden Tag mit ihnen weiter, um ſich mit dem Koͤnige zu vereinigen: Allein als er inStony. Stratford kam, wurde er auf Beſehl des Herzogs von Gleceſter eingezogen e): Der GrafSir Richard Gray, einer von den Soͤhnen der Koͤniginn, wurde zu eben der Zeit, zu. don Riversgleich mit dem Sir Thomas Vaughan, der eine anſehnliche Bedienung in des Königs ound einge.Hofſtaat bekleidete, gefangen genommen, und alle Gefangne wunden ſogleich nach Pom, An. Nfret gefuͤhret. Gloceſter nahete ſich dem jungen Prinzen mit den groͤßten Verſicherungen Deu 1 May.ſeiner Ehrerbietung, und bemuͤhete ſich, ihm wegen der an ſeinem Onkel und Bruder ver-uͤbten Gewalt zu Frieden zu ſtellen: Allein Eduard, der dieſen Verwandten, die ihn ſozaͤrtlich erzogen hatten, ſehr geneigt war, konnte ſich nicht ſo ſehr verſtellen, daß er ſeinMißsvergnuͤgen verbarg r).

Unterdeſſen war das Volk uͤber dieſe Veraͤnderung ſehr erfreuet, und der Herzog Den 4 Maywurde in London mit den froͤhlichſten Zurufungen empfangen: Allein die Koͤniginn erhieltnicht ſo bald Nachricht ven der Gefangennehmung ihres Bruders, als ſie ſchon voraus ſah,

Cc 2 daßc) Hliſt. Croyl. eont. S. 564, 565. e) hliſt Croyl. eont. S. 864, 563.d) Sir. J. More. S. 483. J Sir. 1, Flore. S. 434.