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G. Zoegas
literarische und philosophische Bildung müssen sich gegen-seitig durchdrungen haben und man muss eben sowohl mitSammlerfleiss und Trockenheit gelebt haben als mit den Auf-wallungen freier Kräfte, der Stimme der Musen und demReiche des Schönen bekannt seyn.
So finden wir dass unser Verfasser nirgends dumpf,sondern überall sinnig das Alte und die Welt überhaupt an-sieht, frei um sich herblickt unter der Bürde der Gelehrsam-keit und indem er ihr Handwerk wie an leichter Handhabeals ein Meister lenkt, doch die menschlichen Dinge wie ei-ner am Feiertage uneingenommen übersieht; dahingegen dieMeisten das Geschäft für Zeit und Welt ansehen, weil sieden Genuss und das Spiel sich mehr selbst überlassenerKräfte nicht einmal ahndend kennen oder die Striche die siein die Camera obscura einzeichnen, mit allen natürlichenFormen, Lüften und Düften für gleichgeltend ansehen.
Da nicht zu läugnen ist dass die Bildung der Alten, inso fern sie sich von der modernen unterscheidet, auf dergrossem Fülle und Begünstigung der sinnlichen Natur beruht,die der ganzen Bildung diese innere Stärke, Fröhlichkeit)Schwung und scharfen Sinn (denn aus den Sinnen erwächstder Sinn) gegeben, und dass jene Anlage durch den Südenbefördert wird, ist das Leben in Italien schon an sich, ohnedie Hinsicht auf das von der alten Welt noch Sichtbare einwesentlicher Vortheil für den Ergründer des Alterthums.Immer unter Menschen zu leben die den Keim jener Ent-wicklung in sich tragen, die zu denselben Gewohnheiten sichneigen und, in grossen Massen übersehen wie in einzelnenErscheinungen bemerkt, viel von der Stimmung der Alten ansich haben, ist gewiss sehr von Einfluss.
Wie die Oertlichkeit selbst, das Anziehende der Ueber-reste an Ort und Stelle, die Menge der immer vor Augenstehenden Dinge die Neigung und zugleich die Fähigkeit fürdiess Studium erhöhen muss, sieht Jeder ein. .In Rom zuwohnen und es als seine Heimath zu betrachten, wie muss