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2 (1850) Basreliefe und geschnittne Steine / erklärt von F. G. Welcker
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105
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Die Wuth des Thrakischen Lykurgos. 105

Name gefällig ist, der nenne sie meinethalb Typhlosis. Weraber ganz befremdet seyn sollte eine Sache wie Blendung,durch Zeus verhängt, in menschlicher Figur vorgestellt zusehen, der wolle sich erinnern an die Echo bei Philostratus (2, 33), welche den Klang der Dodonäischen Erzbecken aus-drückt und vorzüglich gut zeigt wie weit diese Art der Al-legorie getrieben wurde.

Dank verdient der Herausgeber für die beigefügte Ab-bildung des eigenthümlichen und schönen, vor kurzem ausdem Pallast Riccardi in die fürstliche Gallerie versetzten Re-liefs, wenn gleich es den Angriff des Lykurgos auf die Be-gleiter des Bacchus und die darauf erfolgte Büssung ohneallen Zweifel nicht vorstellt.

Millingen wiederholt seine Erklärung in den Annali d.Inst. T. 6 p. 333, mit dem Bemerken dass die die Iris um-gebenden Strahlen eine meteorische Gottheit ausdrücken wieHelios, Selene, Hesperos, die Planeten, Sirius und überhauptalle Personificationen von Himmelskörpern. Er verlässt sichauch hier auf die von ihm falsch angewandte Dichtung desNonnus dass die von Here gesandte Iris die Wuth des Ly-kurgos angeregt habe. Bei Nonnus aber schickt Here ausHass gegen Dionysos die Iris um ihn in Kampf mit Lykur-gos zu verwickeln und diesem den Buplex zu bringen. Irisnun beredet unter der Gestalt seines Vaters Ares den Ly-kurgos zum Krieg gegen Dionysos und diesen in Gestalt desHermes dass er seine Orgien zum Lykurgos trage. Washat damit der Stich einer im Strahlenkreise schwebendenFigur auf das Auge des Lykurgos gemein? Demohngeach-tet hält Roulez in denselben Annalen T. 17 p. 121 s. indemer die Lyssa des Euripides und den Umstand dass Lykurgos aus Wahnsinn sein Weib tödet, verknüpft, sich für berechtigtanzunehmen »dass Iris selbst das Amt der Furie (Lyssa) ver-sehe und den Wahnsinn auf den Lykurgos schleudere.