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2 (1850) Basreliefe und geschnittne Steine / erklärt von F. G. Welcker
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107
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Die Wuth des Thrakisclien Lykurgos. 107

sey wie ich. Er ist es wirklich einigermassen: doch ist ihmauch diese Fabel eine mysteriöse für die Eingeweihten. AuchPanofka spricht über diese Figur, nemlich im Bullett. Napol.1847 p. 92, wobei er von dem Irrthum ausgeht dass Roulezauf der gleich anzuführenden Vase von Ruvo mit der Wuthdes Lykurgos die Lyssa erkannt habe, während dieser um-gekehrt (p. 121) bemerkt dass die einschlägige Figur nichteineFurie, sondern eine Bacchantin sey,entfernt denLykurgos zum Verbrechen zu treiben, sowohl nach demPlatze den sie einnehme als besonders nach ihrer eignenStellung und Geberde. Nach der vermeintlichen Lyssa aber,die ohne Strahlenkreis ist, erklärt Panofka nun auch die Fi-gur mit diesem Slrahlenkreis für eine Lyssa, diese Strahlenaber bezieht er auf den Sonnenstich, der in den heissen Län-dern auf mehr oder weniger lang den freien Gebrauch desVerstandes benehme und daher die allegorische Figur desWahnsinns sehr wohl charakterisire; die Lanzenspitze nem-lich, womit sie im Begriff ist zu stechen, und der umgebendeFeuerkreis der Sonne. Wer diese Sinnbildnerei für Grie-chisch d. i. für natürlich und verständlich halten kann, derwird auch der Verbindung mit Vergnügen zu folgen im Standeseyn in welche dieser Erklärer die aufgehende Sonne aufder Rückseite des Lykurgos von Ruvo mit dem Sonnenstichauf der Millingenschen von Anzi zur Bestätigung des Son-nenstichs zu setzen weiss, so dassbeide den Antheil be-zeugen welchen die Sonne in der Versetzung des Lykurgos in Wahnsinn nimmt. Uebrigens darf auch die Furie mitSpiess und Schlangenbekränzung bei dem Orestes in Delphi(R. Rochette Mon. inöd. pl. 38), die eben so mit drei andernFurien im Bullett. Napol. T. 2 tav. 7 vorkommt, nicht Lyssagenannt werden, da Orestes von andern Empfindungen be-fallen ist als gerade von der Wuth.

Auch über eine Figur des Corsinischen Reliefs, überden Knaben hat derselbe Archäolog sich ausgesprochen, imCabinet Pourtales p. 47, nicht mit Bezug auf meinen obigenAufsatz, sondern auf den zu Zoegas Abhandlung S. 358, wo