Die Wutl» des Thrakischen Lykurgos. 109
gerissen. Der Herausgeber bemerkt S. 71: „neben der Be-schränkung auf wenigere an der Handlung theilnehmendePersonen ist besonders die fast starre Ruhe dieses Bildessehr abstechend gegen die gewaltsamen Bewegungen welchedas andere zeigt. 11 Die Handlung ist eigentlich nur in Achil-leus und dem Knaben und die starre Ruhe liegt nur in dergeraden steifen Stellung des letzteren. Bevor aber die bei-geschriebenen Namen und der Inhalt dieses Bildes richtigverstanden wurden, sah der Italiänische Künstlerblick desHerrn Secondiano Campanari in diesem statuengleichen Troi-los ein Idol des Apollo (Bullett. 1834 p. 235). Von der an-dern Seite bietet sich uns auf der Vase von Ruvo wirklichein Idol dar, zu welchem hier die Königin sich geflüchtethat: sie hält es umfasst während der Sohn, ihr beispringend,den auf sie einhauenden Lykurgos zurückzuhalten sucht.Diess Idol aber ist nicht Apollon, sondern, wie Roulez wohlerklärt (p. 119), die Thrakische Kotys, mit einem Aufsatz aufdem Kopf ähnlich wie der der Kybele.
Ausser dieser und den früher bekannten Vasenzeich-nungen kommt Lykurgos noch vor an einem grossen Kratervon vorzüglichem Styl auch aus Ruvo, der auf der andernSeite Pelops und Hippodamia enthält und sich jetzt in derSammlung des Cav. Campana in Rom befindet (Braun imBullett. 1846 p. 88). Der Sohn, schon getödet, wird voneinem Mann und einem Weibe fortgetragen, die Gattin, zuBoden geworfen, unterliegt dem Buplex. Der Leiche desJünglings gegenüber stehn sein Camerad und sein greiserPädagogos. Bei dem noch brennenden Altar liegen Pateraund Hydria als Zeichen dass der Rasende und Mörder einOpfer unterbrochen hat. Darüber ist Apollon mit der Lautezwischen Hermes und Ares . Aber auch die geflügelte Figurder Millingenschen Vase von Anzi ers^lieint in der Höhe.„Sie ist umgeben von einem Nimbus und erhebt eine zuge-spitzte Stange um den von unsinniger Wuth blinden Lykur-gos zu treffen. Sie hat Schlangen um ihre linke Hand ge-wickelt, welche hinlänglich die infernale Natur dieses Dämon