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2 (1850) Basreliefe und geschnittne Steine / erklärt von F. G. Welcker
Entstehung
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Dem Dionysos rasende Thyiaden.

Taf. y, 9.

Das im vorigen Artikel erwähnte, von Zannoni zuerstbekannt gemachte und (S. 22 seiner Abhandlung) nicht an-nehmlich erklärte Relief der Gallerie zu Florenz stellt sehrwahrscheinlich nicht mythische Thyiaden vor, sondern wasPausanias zu Sikyon in Statuen sah (2, 7, 6), dass heiligeFrauen dem Dionysos rasen. Ich muss nemlich nach Ver-gleichung dieses Reliefs die im ersten Theil (S. 163) ge-äusserte Vermuthung dass man in Sikyon mythische mitwirklichen Thyiaden verwechselt habe, zurücknehmen. Inbestimmter Abstufung tanzt die eine freudig, ein halbes Reh-kalb und einen Epheukranz in Händen; die andre, auf einemFelsen sitzend gesticulirt, von innrer Bewegung fanatisch er-griffen, mit den schlangenumwundnen Armen (pars sese tortisserpentibus incingebant, Catull .): die dritte sinkt erschöpft,nicht entseelt, sondern in Ohnmacht einem ihr beispringen-den Mann in die Arme. In hoher Ruhe schaut der Gott,an eine Eiche des Waldes gelehnt, dem Schauspiel seinerVerehrerinnen zu. Die mittlere der Frauen erinnert an dieZusammenstellung des Mänadischen und des Seherischen, wiewenn z. B. Kassandra eine juavvinöXos B änyri von Euripi-des genannt wird (Hec. 118). Der Mann welchem die drittein die Arme sinkt, ist nur darum herangezogen damit sierecht eigentlich fallend in Ohnmacht und diess doch auf an-muthige Weise dargestellt würde: er hat zu den Personender Handlung nicht mehr Beziehung als ein lebloser Gegen-