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2 (1850) Basreliefe und geschnittne Steine / erklärt von F. G. Welcker
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115
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Idealische Vorstellung des Kellerns. 115

zu der Arbeit Doppelflöten bläst und die Fussklapper tritt;auf der linken Seite aber, wo auf unserer Platte der Bla-sende steht, ist das Plättchen abgebrochen und kein Rest einerFigur mehr zu sehen. Hätte mir bei dieser Erklärung einZweifel übrig bleiben können, so würde er doch haben schwin-den müssen als ich nachher ein andres Werkchen bemerkte 5 6 )worauf zwei bärtige, mit Fellen umhängte Satyrn sich anbeiden Händen gefasst umschwingen und in diesem Ringel-tanz Trauben austreten, die in einem zwar grossen aberdoch nicht vollends so grossen Zuber als auf dem Zoega-schen Basrelief aufgeschüttet sind; denn die Satyrn tretendort mit dem äussernFuss auf dem Rand des Gefässes herum.Neben ihnen drückt einer mit der Hand eine ungeheuergrosse Traube lustig in ein Gefäss aus. Auch noch einBruchstück derselben Vorstellung kommt anderwärts vor ®).Man sieht nämlich den Satyr zur linken Seite der Flöte blästund dazu die Scabilla oder Crupeza tritt. Von den Kelte-rern ist nur der eine erhalten. Die Trauben liegen auch ineinem Gefäss; aber Montfaucon hatte, weil sie ihm zu grossschienen, wie Zoega, die Vermuthung, es möchten kleineKugeln von Stein oder Holz seyn worauf der Mann nemlich,gleich jenem Satyr, mit dem Fuss Musik mache; was freilicheine sonderbare Art wäre. Er hatte aber nicht bemerkt dassdas Werk verstümmelt sey.

Endlich finden wir die neue Art zu keltern auch voneinem alten Dichter erwähnt, von Nikander nemlich in denAlexipharm. 30 ff. Diese Stelle gehört zugleich zu denenwobei sich die Bildwerke fruchtbar zur Erklärung der Schrift-steller zeigen. Denn indem man an den Umschwung unddas Herumreissen das wir abgebildet sehen, nicht dachte,hat man in einer Handschrift i&/uaai aufgenommen für o-

5) Millin Galer. mylhol. LVI, 269, aus Olmeri Marmora Pisau-rensia 1738.

6) Beger, Thesaur. Brandenb. T. 111 p. 255 und Montfauc. Anliq.expl. T. I pl. 176, 9.