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2 (1850) Basreliefe und geschnittne Steine / erklärt von F. G. Welcker
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176
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176 Des Amphiaraos Aufnahme in die Erde.

kannt gemachten Sarkophagplatte aussen an dem Hause derVilla Pamfili, an der an die hintere Fa^ade anstossendenMauer, woran man in der Mitte Kapaneus, Amphiaraos undfünf andere der Helden von Argos zusammengedrängt unddaneben zu beiden Seiten die Bestattung des Polynikes undden Streit des Tiresias und des Kreon wegen derselbenvorgestellt sieht, ist Amphiaraos bärtig, mit Panzer und Helm,die Arme, die aber fehlen, gegen die Pferde des Wagensausgestreckt, indem er darin die Zügel hielt; unten und vorden Pferden ist eine Klippe nebst einem Schlund sichtbar.Aus diesem ragt ein Weib mit breiter und nackter Brustund darüber hinabgeglittener Tunica hervor, die breitbrüstigeErde, die das Haupt erhebt und gegen die Pferde gerichtetden linken Arm auf den Felsen stützt, den andern erhebtund mit der Hand den Bauch der langsam und mit gesenk-tem Kopf herankommenden Pferde berührt. An einem Etru-rischen Alabastergefäss geht eine Furie mit langer Fackeldem Wagen voran, mit dem sie sich in den offenen Schlundstürzt 10 ).

Wie wenn man aus trüber und schwerer Luft plötzlichunter den klaren und schönen Himmel Athens versetzt würde,so fühlt man sich wenn man von Compositionen der ange-führten Art zu der des Oropischen Reliefs übergeht: so gei-stig und zart ist diese, und so harmonisch mit der hohenund herrlichen Auffassung die vollendete und durch keineBeschreibung zu erreichende Ausführung des hohen Gedan-kens. Nicht die Erde zeigt sich zur Aufnahme bereit, keinSchlund eröffnet sich; aber in der Wirkung auf den Helden,auf seinen Wagenlenker und auf die Thiere sehn wir dasWunder das vor sich geht. Amphiaraos ist in der Blütheder Jugend, die Kinder, die er zurückgelassen hatte, warennoch klein: Helm und Schild sind statt der vollen Rüstung-Sehr Schade ist es dass das Gesicht abgestossen ist, da der

10) Inghirami Mon. Elr. Urne tav. 84, auch schon bei Gori Mus.Etr. T. 3 tab. 12.