Buch 
5 (1864) Statuen, Basreliefe und Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
Entstehung
JPEG-Download
 

Vorrede

Die diesen letzten Band füllenden Bemerkungen überalte Denkmäler waren schon vor mehreren Jahren druck-fertig zusammengelegt, um etwa nach meinem Tode her-ausgegeben zu werden. Als davon mein vieljähriger FreundOtto Jahn zufällig Kenntniss erhielt, erbot er sich sogleichdiesen Nachtrag lieber jetzt gleich selbst herauszugeben,was ich meinerseits eben so leicht und schnell zugestand,da ich nach so vielfachen früheren Zeichen und Beweisenseiner Gesinnungen gegen mich nicht zweifeln konnte, dasser den so rasch gefassten Entschluss nicht bereuen werde,obgleich er einen nicht geringen Aufwand von Zeit undMühe nach sich ziehen musste. Denn indem er die Auf-sicht über den Druck statt meiner übernahm, hat er dieletzte Correctur selbst besorgt, ein Register angefertigtund auch mit seinem mir ebenfalls schon seit Jahren be-freundeten Neffen, Prof. Michaelis in Greifswald , auf dievon mir beigelegten in Format und Art sehr ungleichenAbbildungen die auf den Tafeln schicklich und sparsamuntergebracht werden sollten, alle Sorgfalt verwendet.Die Hauptsorge für das Lithographische hat durch seineVermittlung Prof. Conze zu Halle, damals noch in Göttin-gen , mit freundlichster Bereitwilligkeit übernommen. Dassich meine Dankbarkeit gegen diese Männer nach demOpfer an Zeit bemesse, das sie bei eigener grosser undeifriger amtlichen und lilterärischen Thätigkeit, die bei demLehrer der beiden anderen eine so sehr in die Augenfallende ist, aus Freundschaft gegen mich bringen wollten,könnte nur von denen, welche mich nicht kennen, bezwei-felt werden.

Dem glücklichen Zufall dass uns durch die Gräber eineso grosse Menge von Vasen, die Frucht mancher Jahrhun-derte erhalten worden ist, verdanken wir es grossentheilsdass wir mit den unzähligen in der Litteratur erhaltenenunvergleichlich durchgebildeten Mythen eine Menge derebenfalls in ihrer Art gründlich gefassten bildlichen Dar-stellungen in Parallele setzen können. Diese Erscheinung istso ausserordentlich und einzig, dass dadurch Kunstfreundevon tieferem ästhetischen und kunsthistorischen Sinn noth-wendig immer von neuem auf diese Kunstgattung werdenzurückgezogen werden, wenn auch das Studium dieser Ver-