1. Die Hestia Giustiniani *)
Diese berühmte Statue, von welcher Emil Braun inseiner Vorschule der Kunstmythologie Taf. 33 die erste guteAbbildung giebt, hat nicht bloss als beinah ganz unver-letztes Denkmal so alten Kunststyls eine grosse Merkwür-digkeit, sondern noch eine andre durch eine eigenthümlicheArt von Symbolik, die mir unverkennbar zu seyn scheint.Dass Hestia in ihr dargestellt sey, die vorher für eine Ve-stalin galt, hat Hirt errathen, und haben wohl seitdem Alleangenommen, Manche auch durch verschiedene Bemerkun-gen bestätigt. Den vollen Beweis aber geben die Anspie-lungen auf die Sache selbst und das Element her, über dieich nicht zweifelhaft bin; Andeutungen von der Art der-jenigen, worin sich die Griechische Kunst besonders in denGöttern der Erde, des Wassers und der Winde gefiel. DasWesen der Hestia besteht in dem Feststellen und Begründendes Wohnsitzes, der Familie und jeder geschlossenen Ge-nossenschaft, was auch der Name selbst ausdrückt. Hier-mit stimmt der untere Theil der Figur überein, insbesonderedadurch, dass sie nicht bloss mit den Füssen , die man sichunter dem geradabfallenden, wie in Cannelüren gefälteltenGewände denken mag, sondern auch mit diesem selbststeht, so dass das Feststehn auch in der Figur einen Haupt-theil ihres Charakters und Wesens ausmacht 1 2 ). Vielleicht
1) Gerhards Archäol. Zeit. Denkm. u. Forschungen JahrgangXIII, 1855, S. 155 ff.
2) Zoega, in einer sehr ausführlichen und genauen Beschrei-bung der Figur, die er übrigens Hera Gamelia nennt, unter seinen
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