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5 (1864) Statuen, Basreliefe und Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
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Die Hestia Giustiniani.

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Altis (5, 15, 5). Wenn ihr ein Scepter gegeben ist, wiebei Pindar der im Prytaneum zu Tenedos, so hat diess diebesondere: Beziehung auf die dort regierenden Prytanen,die Hestia ßovXaia. Die Idee, wonach die unsrige ent-worfen ist, schloss diess aus. Der Gesichtsausdruck andieser ist der des Ernstes, des Ehrwürdigen {(Sefivöv), undein leiser Zug von Melancholie, der sich mir beizumischenschien, mag auf die Stille, Einsamkeit und Stetigkeit deshäuslichen Lebens zu beziehen seyn. Dass das Bild auseinem Griechischen Tempel oder Prytaneum herrühre, istwohl nicht zu bezweifeln (der Marmor ist Griechisch), undsehr wahrscheinlich ist es dasselbe welches Tiberius dieParier (die ein Prytaneum hatten)' zwang ihm zu verkaufenum es im Tempel der Concordia aufzustellen (Dio Cass. 55,9).

Wie einseitig es sey, wenigstens gewisse Werke nurnach den Entwicklungsstufen und Uebergängen des Stylszu würdigen, nur an das Vermögen und den Geschmackder Künstler zu denken, ohne nach Absichten bei ihnenund Bedingungen die im Gegenstände liegen, zu fragen,kann man an dieser Hestia leicht gewahren, wenn man dieBemerkungen H. Meyers zu Winkelraanns Werken (3, 395.5, 548) und in seiner eignen Kunstgeschichte (1, 33) ver-gleichen will. Doch sieht auch eretwas Viereckiges,etwas Pfeilerhaftes im Ganzen herrschend, übrigens siehter die Göttin gerade und unbeweglich stehn, so dass manihr sogar Steifigkeit vorwerfen könnte.

Die Hestia Giustiniani nach der hier nachgewiesenenAuffassung bestätigt gar sehr Gerhards Erklärung der beidengrossen, als weibliche so seltnen Hermen der Villa Ludo-visi, denen ein neuerer Bildhauer recht tölpelhaft Fuss-zehen angesetzt hat, als Vesta (Ant. Bildw. Taf. 81, 1. 2.S. 319).

Bei Homer ist der Heerd eine heilige Sache, erscheintaber nicht persönlich dämonisch. Es bezeichnet daher einegrosse Zunahme des Begriffs und der Geltung der Einheit