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5 (1864) Statuen, Basreliefe und Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
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Die Hestia Giustiniani.

und Selbständigkeit der Familien und besonders der Ge-nossenschaften, wie der Phratrien (gleichwie jede der 30römischen Curien ihre Vesta hatte), und der Gemeinden inihren Prytaneen, dass in der viel späteren Theogonie Hestia unter die sechs weiblichen Titanen oder Urgötter gestelltist, unter die auch eine andre Idee in der Mnemosyne alsMusenmutter aufgenommen ist; Hestia voran, womit auchder schöne Hymnus auf Aphrodite übereinstimmt (22), ausdem Grunde weil ihr zuerst an allen Mahlen, auch an denOpferroahlzeiten gespendet wurde, und schicklich als Schwe-ster der Hera und der Demeter, die als Teleia und Thes-mophoros die Weihe und das Recht der Ehe begründetenund schützten. Noch viel später ward sie unter den nun-mehr angenommenen allgemeinen zwölf Göttern dem Hermeszugesellt, wie der Athena Herakles, und nicht ohne dasScepter schreitet sie unter diesen Göttern einher an demBorghesischen Fussgestell, dem Capitolinischen Puteal undin einem Gemälde zu Pompeji t ). Schon in der Trinkschaledes Sosias nimmt sie auch an dem Mahle der Götter Theil.Nachdem die Philosophen auf Feuer im Mittelpunkte desAlls geschlossen hatten, war es natürlich und fast unver-meidlich es Hestia zu nennen, da diese in der Mitte desHauses (fiiaa oixa) und danach auch der Städte war, undso fielen allmälig Gäa, Demeter, Rhea und Hestia einermehr oder weniger bestimmt ausgedrückten Theokrasie an-heim, wozu in den Grundanschauungen beider und im frü-heren Alterthum, wenn man den historischen Weg geht,nicht der entfernteste Anlass gegeben ist.

1) AQuali d. Inst, archeol. 22. 21 i tav. V, 1.