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5 (1864) Statuen, Basreliefe und Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
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351
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Die grosse Dariusvase in Neapel . 351

der Münchner Sammlung an Grösse so sehr zurückstehn;sie ist von sehr feinem Thon und enthält in ihren vierVorstellungen auf beiden Seiten des Gefässes selbst unddes Halses fünfzig Figuren. Minervini versichert, dasssieausser der archäologischen Wichtigkeit auch unter demGesichtspunkt der Kunst und des Stils, der sich schön undsorgfältig zeige, alle .Aufmerksamkeit verdiene. JedeBemerkung unsererseits in dieser Beziehung, nach der vor-läufigen Bekanntmachung der Zeichnungen in einem Ta-geblatt, würde vorzeitig sein.

Die Hauptvorslellung besteht aus drei Abtheilungen,drei Reihen von neun, acht und sechs Figuren. In dermittleren thront in ihrer Mitte Darius Hystaspis AAPI02(Minervini schreibt AAPEI02), welchem einer der soebenum ihn zum Rath versammelten Grossen Vortrag hält, undhier bestätigt sich im Allgemeinen was Aelian als einenPersischen Brauch erzählt®). Wenn nemlich einer derGrossen über der Berathung bereits entzogne, also ver-bolne und bestrittene, bedenkliche Dinge dem König einenRath ertheilen wollte, so stand er auf einer goldnen Säu-lenunterlage; die er, wenn sein Antrag gefiel, zum Lohn,zugleich aber Geisselhiebe empfing, weil er es gewagthatte, etwas von dem König vorher nicht Beliebtes vonneuem in Vorschlag zu bringen. Das Gefährliche des zuunternehmenden Krieges ist so auf die naivste Art ver-sinnbildet. An dem Fussgestell worauf der Sprecher steht,ist geschrieben IIEP2AI, was auf alle sieben Grossräthezu beziehen ist. Von diesen sitzen vor den Dreien aufbeiden Seiten je zwei und je einer ist stehend. Die dreiauf der Seite des Antragstellers machen sämmllich Finger-bewegungen, die man als Zustimmung und zwar der Ma-jorität fassen kann; denn hinter dem König zunächst stehtmit Schwerdt und Lanze wohl der Oberfeldherr, der nicht

3) Var. Hist. XII, 61 (was Quaraola anführl).