354 Die grosse Dariusvase in Neapel .
rechten Goldstücke auf den Tisch. Die ganze Macht desGrosskönigs wird so in schönen Gegensatz mit der desGötterschutzes gewürdigten, in ihm sicher bewahrten zartenFigur der Hellas gebracht.
So sehn wir denn im Rathe des Darius, des Beherr-schers vieler Reiche, einen bestrittenen, gefährlichen Be-schluss gefasst, und in der Höhe, dass dieser Beschlusssei Hellas zu bekriegen, das von seinen Göttern in gnä-digen Schutz genommen wird; weiter nichts, diess aberklar und unzweideutig. Unerfreulich ist es zu sehen, wiestatt dieses einfachen guten Gedankens in das schöne Ge-mälde von den beiden genannten Neapolitanischen Gelehr-ten, nach unglücklich gefassten Voraussetzungen, wunder-liche Dinge — soll ich aufrichtig reden, muss ich ihnenwenigstens dieses Beiwort geben — hereingetragen wer-den. Minervini, allzusehr eingenommen für das in neue-rer Zeit allerdings oft angewandte Mittel Kunstwerke ausTragödien zu erklären, zweifelt nicht, dass die Vorstel-lung der Vase gezogen sei aus den Persern des Aeschy-lus 6 ), mit denen sie doch nicht mehr gemein hat, als miteinem der tausend Andern, die den Ruf des vergeblichvon Darius auf Athen und Hellas unternommenen Sturmsverbreitet haben; er will alle Stellen des Tragikers, chefanno interessante confronto al vaso di Canosa, zum Be-weise beibringen, zweifelt nicht, dass der Antragsteller inder Mittelreihe der Bote in der Tragödie des Aeschylus,und dass der an dem Fussgestell desselben angeschriebeneName IIEP2AI der Titel der Tetralogie sei, auf die erauch die andre in demselben Grabe gefundene schöneVase mit Perseus und Andromeda , vermittelst des in die-sen Mythus hineingezogenen Phineus, zurückführen will(p. 172). Sodann hat Minervini sic h ofFenbar zur Unzeitder an der (einst von mir im Bull. Nap. erklärten) Tereus-
6) Bull. Napol. 1854 p. 132, 169, 170.