Die grosse Dariusvase in Neapel . 357
Am meisten fällt diess in die Augen in der oberen Reihe,welche Asia und die von Zeus und Athene in Schutz ge-nommene Hellas und die am meisten charakteristischenGötter von beiden Ländern darstellt. Phrynichos dage-gen hatte in den Phönissen den Untergang der Persermachtauf die IJigdai if avv&wxot, folgen lassen, ein Stück dasallerdings „den von Darios nach langer Berathung unter-nommenen Krieg gegen Hellas zu seinem Hauptinhalt“ ge-habt haben muss, und wäre die Inschrift auf dem Bilde, so würde man sich nicht der Vermuthung ent-halten können, dass der Maler, indem er die Berathungdes Königs mit ihnen darstellte, insbesondre des Phryni-chos sich erinnert hätte, während man jetzt vielleicht ver-muthen darf, dass die Inschrift LUgticu sich nicht auf dieseallein, sondern auf die dem Perserkönig Tribut zahlendenzum Perserreich gehörenden Provinzen mit beziehen soll,da sie nicht überden <fvv&w xoig, nach der allgemeinen Ge-wohnheit, sondern unter ihnen in Mitte der beiden Rei-hen angebracht ist. Sie ist an einer Basis angeschrieben;weil sie da am besten in das Auge fällt. Auf die avv&u>-xovg bezieht sie auch E. Curtius nicht. Aber das Bild ent-hält in dritter Reihe auch die Tribut zahlenden Provinzen,und diess offenbar wieder nach künstlerisch symbolischer,nicht nach dramatisch historischer Weise. Fasst man bei-des zusammen, so hat man in dem vom Grosskönig mitden sieben Grossen des Reichs beschlossenen Krieg undin der Grösse der ihn ermöglichenden Finanzmittel einBtld von der ungeheuren den Hellenen drohenden Gefahr,und diess Bild nimmt ganz schicklich auch den grösse-ren Theil des Raums ein, gegenüber dem kleinen Hel-las. Beides, die sieben Grossen und die vielen unterwor-fenen Völker, mussten Jedem der von dem Grosskönigund dem Perserkrieg etwas gehört hatte, wohl bekanntseyn. Die Bedeutung des Ganzen aber ist eingeschränktauf den einen Gedanken, Hellas von der grössten Macht