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5 (1864) Statuen, Basreliefe und Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
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Urtheil des Paris .

gewöhnlichen Flügeln; hier ist sie flügellos, vermutlich weil beyihrer fast horizontalen Stellung die Flügel nicht malerisch aus-fallen konnten, die übrigens der Nike keineswegs immer gegebenwerden 18 ). Neben ihr lässt Eutychia, das Glück , einen Zweigherab, der bestimmt ist den Paris zu umwinden; denn er ist derGlückliche dem die Schönste zu Theil werden soll. Dass Nikeund Eutychia hier einträchtig Zusammenwirken, ist allerliebst aus-gedrückt durch das Auflehnen der einen auf die Schulter der an-dern. Hermes, der auf der Seite der Siegerin nicht blos demRaum, sondern auch dem Sinne nach ist, senkt seinen Stab alsob das Geschäft nun vollbracht sey. Hinter diesen Glücklichenaber steigt Helios am Himmel aufwärts, dessen Erscheinung imGemälde den Zweck hat anzudeuten, dass es ein grosser Tag seyden er heute beraufgeführt hat, oder auch dass der frohe Sieges-genuss durch den Glanz des sonnigen Tags sich verherrlicht zeige,wie Freudigkeit und helles Licht gar wohl zusammenstimmen.Denn dass in einer solchen Composition eine Person wie diesenicht vorzüglich zur Ausfüllung des Raums diene, dass bey demaufwärts fahrenden Helios nicht an gleichgültige Dinge wie dieZeit des Vormittags oder dass die Begebenheit unter freyenf Him-mel vorgehe, zu denken sey, glaube ich als sicher voraussetzenzu können. Den freyen Himmel ersieht man ohnehin aus demunten wachsenden Gebüsch, und er versteht sich bei diesem Vor-gang von selbst. Diess die eine Seite. Die beiden Göttinnen aufder andern Seite haben sichtlich eine stolze Stellung angenommen.

18) Dem Herakles unter den Hesperiden windet NIKH flügel-los die Tänia des Siegs um die Stirne Cab. Durand n. 303, undmit Recht versteht Hr. de Witte die Nike auch N. 94. 224. 354.737, obgleich ihr die Flügel fehlen. Denn N. 224 stimmt in derVorstellung ganz überein mit N. 225, wo Nike geflügelt ist undvor einem Altar opfert wie dort wo sie die Flügel hat: und dieFigur, welche N. 94 einem mit der Tänia geschmückten Dionysos einen Kranz , N. 35 einer Amazone den Kranz reicht und libirt,N. 22G einem Greis in die Phiale eingiesst, N. 737 vor ei-nem jungen Athleten mit der Siegslänia um den Kopf libirt, odervor einer Kilharspielerin Panofka vasi di premio tav. 5 , so wiegeflügelt vor Zeus selbst, Stackeiberg Gräber Taf. 18, kann kaumetwas anders seyn als Nike; ich verstehe nicht, warum Gerhardüber die Flügelgestalten 1840 S. 8 daran zweifelt. Die flügelloseNIKA auf Münzen von Terina ist keine allerthümliche Figur. Hebereine Bronzestatue der Victoria ohne Flügel s. Urlichs in den Annali XI tav. B p. 73: doch haben Löcher zum Einsetzen der Flü-gel sich späterhin gefunden. Ungeflügelt ist Nike auch bei Achil-les und Memnon , Millingen Peint. pl. 49.