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5 (1864) Statuen, Basreliefe und Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
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Urtheil des Paris .

Palmzweig. Einen solchen führten nach manchen Vasengemäldendie Brabeuten, und durch ihn ist daher Zeus als der Agonothet,der dieses Kampfspiel veranstaltete, bezeichnet. Wie sehr derMaler in den tieferen Zusammenhang der Fabel eingegangen ist,wird aus der Eris klar, die er im Brustbild gerade über den Pa-ris 21 ) in der Mitte gestellt hat. Die Klymene aber, die unter demTod verhängenden Zeus und hinter der beleidigten Here und Pal-las sitzt, weist mit ihrer rechten Hand hinter sich. Ueber dieseausdrucksvolle Geherde ist nicht leicht hinwegzugehn, man wirdlange suchen bis man sie zum zweitenmal findet und keine Er-klärung der Klymene, die nicht auf sie zurückgeht, kann richtigseyn. Wer aber sie berücksichtigt der legt nicht in den Namender Klymene, der an sich freylich unbestimmt ist, seine Idee, son-dern leitet sie ah aus dem Gest, wie alle Figuren nach Stellun-gen und Geberden gedeutet werden sollen. Und dieser Gest istso bestimmt bedeutsam wie etwa der versus pollex. ,,Clymenus sedatsuspiria.,, Nun hiess in dem berühmten Cult von Hermione derKönig der Unterwelt mit euphemistischem Namen, Klymenos 22 );die Prädicatnamen aber sind zwischen geschwisterlichen und ehlichverbundnen Göttern und Göttinnen so sehr häufig und so natürlichgemeinsam, dass es keinen Anstand haben kann Klymene alsBeiname der chthonischen Göttin oder der Persephone zu verste-hen, hier, wo Alles im Bilde dazu stimmt und treibt diese anzu-nehmen, die Hindeutung durch Zeus und Eris auf die Absicht desParisurtheils, den wohl ausgedrückten Zorn der Here und Athene ,die Verbindung dar Klymene mit diesem, ihre Gegenstellung ge-gen Eutychia und vor allem die vielsagende Geberde, welchenemlich fort zeigt und also viele der Troer durch Feindschaft derzwey Göttinnen und viele der Achäer zu den- Schatten zu treibenverspricht. Es liegt in den Verhältnissen der sämmtlichen Figu-ren unter einander, dass die Beziehung, die zwischen der Klymeneund der Nike nebst Eutychia, eben so wie zwischen Zeus undHelios, besteht, nicht auch durch die Stellung in derselben Linieder Figuren, wie gewöhnlich, ausgedrückt werden konnte: auchpasste für die Person der Klymene nur die untere Reihe. Creu-zer versteht unter der Klymene die Gattin des Helios, als Göttindes nächtlichen Lichts, welche die nächtlichen Schatten und die

21) Nach dem Gebrauch der tlxivtg yganial tvonXos. R. Ro-chette Lettres archeolog. I p. 132 f.

22) Pausan. II, 35, 5. Bull. Napol. 1847 p. 28. Vgl. meineKl. Schriften 2, 137 Note.