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5 (1864) Statuen, Basreliefe und Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
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Urtheil des Paris .

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über den Boden erhöht, so dass er noch besser mit seinenPart ins Gleigewicht kommt als N. 58 Ganymedes mit Zeus neben Apllon mit Artemis . Braun verstand Oenone und dass Erosgeschäftig sey, ihr den Paris abwendig zu machen, und Hektor ,welchem Nike auf demFusse folge, und nahm hiernach, mit gros-ser Zurücksetzung der Götterkönigin, einen Contrast zwischenAphrodite und Athene, Paris und Hektor im Sinne der bekann-ten Fabel des Prodikos an. Statt der Oenone erkannt er spä-ter 26 ) die Helena an, für welche Eros den Paris einnehrae, undbrachte nun mit ihr den vom Siege begleiteten Hektor in Gegen-satz. Aber Hektor ist nicht der Günstling der Nike und eben sowenig ist die breite, mit der Würde eines Barbarenkönigs auf-tretende, aber nicht kriegerisch gerüstete, noch sonst den Heldenausdrückende Gestalt mit der Königskrone ein Hektor . Und wäredem Hektor auch der Sieg (to xQanh>, zo xqktos), welchen Athene dem Paris bot, so sehr eigen als dem Achilles selbst, so wäre esdoch seltsam einer Nebenperson, wie Hektor jedenfalls wäre, nocheine andre Person beyzufügen bloss um ihren Charakter auszu-drücken. Auffallend ist es, dass der Maler der Helena, die ermit Recht nicht als ein leichtfüssiges Mädchen , sondern mit derWürde der Königin und Frau auftreten lässt, einen etwas starkenUnterleib gegeben hat, vielleicht zu treu den Modellen, wie derReisende oft sie auffallend Gndel, wie es hinsichtlich der weibli-chen Brust besonders die älteren Vasenmaler oft sind. Wäre aberauch Oenone gemeynt, was gewiss nicht der Fall ist, so würde ichdarum doch nicht mit O. Jahn, der dadurch diese Erklärung zubestätigen glaubte, auf Schwangerschaft schliessen , welche dieVerstossene ihr Schicksal noch tiefer empGnden lassen sollte.Indem derselbe auf diese Erklärung wiederholt zurückkommt,nimmt er Brauns Hektor eher für Priamos , weil jener schwerlichin Phrygischer Tracht ohne WafTen und so alt dargestellt wordenseyn würde 27 ), und bestätigt in so fern meine Erklärung.

26) Annali d. 1. \lll p. 86.

27) Jen. Litt. Zeit. 1843 1 S. 150. Gerhard:dort schwebtEros zur Liebesgöttin heran und lässt hinter sich die verlas-sene durch eine Lanze bezeichnete Jagdgefährtin des Paris Oenone;hier dagegen tritt Hektar ahmahnend dem Paris näher, dem auchdie hinter ihm folgende , einen Lorberkranz haltende Siegesgöttinvergebens winkt. Wenn Oenone wirklich Jagdgefährtin wäre,was jedoch nicht vorkommt, so gehörte das doch nicht hierher,da es keinen Falls zur gewöhnlichen Bezeichnung der Oenonegehört, ln der Hera sieht Gerhard diestreitbare Himmelskönigin