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5 (1864) Statuen, Basreliefe und Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
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Urtheil des Paris .

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66. Vase aus Basilicata im K. Museum zu Berlin . im Ver-zeichniss N. 904, Gerhards Apulische Vasenb. Taf. E, 6. 7. Pa-ris sitzt in der Mitte, nackt, unterwärts in die Chlamys einge-schlagen . mit einem langen Stab und schaut sich um nach Aphro-dite und Hermes; Here und Athene sind auf der andern Seite.Aphrodite ist sitzend, so wie Athene, sie ist bekleidet, nur derArm bloss, aber dass sie ein Wassergefäss hält und Eros Salbenauf sie herablräufelt, zeigt dass sie frisch aus dem Bade kommt.Here ist zierlich gekleidet, hat eine Stirnkrone auf und hält stattder Lanze eine lange Schnur wie aus Korallen. (Rv. Vier Pa-lästriten) 31 ).

67. Eine Vase in der an merkwürdigen Vorstellungen reichenSammlung des Hauses Santaugelo in Neapel. Paris steht in be-scheidener Figur uud Stellung indem er der Here zuhört, dievor ihm sitzend angelegentlich zu ihm spricht. Hinter diesersteht Athene, dann Hermes , der sein Geschäft ausgerichtet hat,als müssiger Zuschauer, Aphrodite aber sitzt oben, mit Oelfläsch-chen und Spiegel , zwey Eroten um sie. Hier ist also die Scenein dem Augenblick genommen, wo Here zuerst ihre Rede hältund noch nicht vorauszusehn ist, welche Wendung die Sachenehmen wird, wenn die entfernter sitzende Aphrodite zuletzt andie Reihe kommt. Eine Beschr. der Vase fügt de Witte hinzu inden Annalen des Instil. 17, p. 184.

68. Krater, 2 Palm hoch, mit hakenförmigen Griffen, gefun-den zu Pisticci in Basilicata Ton dem Kunsthändler Barone ge-kauft und gleich nachher herausgegeben im Bullettino archeol.Napol. 1843 tar. 5. 6, mit Erklärung von Minervini p. 100106, dann in Gerhards Archäol. Zeitung 1844 Taf. 4 S. 28994. (Rt. Odysseus den Schatten des Tiresias citirend). Zu-letzt Mon. d. 1. IV, 19. Annali 17, 132. So Torlrefflich dieeinzelnen Figuren gedacht und dargestellt sind, so kann mannicht sagen, dass sie so glücklich vertheilt seyen und unter sichund zum Ganzen so wohl sich zusammeofügten, wie diess beyso guter Zeichnung gewöhnlich der Fall ist. Es lag in dieserHinsicht etwas Widerstrebendes in den gewählten Einzelheitenselbst. Der Here und Pallas übereinander entspricht nicht ge-hörig Aphrodite mit dem Eros neben ihr, wie gross er auch sey,dem Brunnenhaus nicht füglich die Hirschkuh. Es sind zweyScenen yorgestellt, die Meldung des Hermes an Paris und die

31) Diese Vase bespricht auch O. Jahn Archäol. Beitr. S. 339.