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5 (1864) Statuen, Basreliefe und Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
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Urtheil des Paris .

zu verwundern, da der Brunnen der des Paris ist, der so wenigzum Bade des Pallas im voraus wie zum Waschen des Palladiumbestimmt war. Auch ist nicht zu glauben, dass man Badejungfernso wie Götter zu Votivbildern wählte. Noch weniger wahrschein-lich aber ist die weitere Annahme, dass die sich waschende Pal-las Anlass gegeben habe auf der Rückseite den Tiresias darzustel-len, der dieselbe Göttiu im Bade belauschte wozu die vereinigteBehandlung beyder Mythen in dem Hymnus des Kallimachos be-rechtige. Wäre diese Belauschung dargestellt, so hätte man aufirgend eine Vergleichung des Paris und des Tiresias , die im Sinneder Alten wäre, zu rathen wie etwa dass dort Göttinnen einemSterblichen freywillig aber bekleidet sich zeigen, und hier einemandern der Anblick einer ohne ihren Willen und nackt gesehenenGöttin den Tod bringt. Da aber bei dem Odysseus am Eingangder Unterwelt der Maler kein Mittel hatte an jene andre Ge-schichte zu erinnern, so ist ihm auch nicht Schuld zu geben, dasser daran gedacht hätte. Höchstens hätte Kallimachos, der dasAbwaschen des Palladium besingt und es durch das Baden derPallas selbst erklärt oder es davon ableilet, zu ihren Bädern nachden Schlachten, die er aus der Sage anführt, und zu denen mitihrer Freundin Chariklo, welche die Episode von Tiresias nachsich zogen, auch das am Brunnen des Paris genommene Bad hin-zufügen können, wenn das Jemandem schicklieh scheint: aber wasgiengen den Maler des Parisürtbeils die andern Bäder der Pallasoder gar des Palladiums an ? Erinnert man sich hingegen der obenzusammengestellten Vasen, die mit dem Urtheil des Paris die An-deutung seiner ernsthaften Folgen in irgend einer passenden Sceneverbinden, so wird man eher vermuthen, dass der Schalten desTiresias, so wie N. 59 die Klymene auf die in den Hades ver-wiesenen edlen Troer und Achäer hiudeute oder wenigstens auchohne diese nähere Beziehung eines der Abentheuer des Odysseus beliebig gewählt, passend genug linden um es als den Schlussdem Parisurtheil als Anfang gegenüberzustellen. Die beyden Ge-mälde würden daher nicht unter dem Titel Paris und Tiresias ,sondern Paris und Odysseus zusammenzufassen seyn. Hierbeykann ich schliesslich nicht verhehlen, dass die Parisurtheile auchfür sich allein, ohne mit einem neugierigen Odysseus verbundenzu seyn, mir als ein sehr unglücklich gewählter Gegenstand zuHochzeitsgeschenken Vorkommen würden; doch die ganze jetztsehr beliebte Eintheilung der Vasenbilder nach der Bestimmungzu Geschenken bey verschiedenen Gelegenheiten kann man auf