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5 (1864) Statuen, Basreliefe und Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
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Urtheil des Paris.

timien haben sich zur Schau ausgestellt, Here zieht den Peplosvom Gesicht ab und Athene setzt die rechte Hand in die Seite,beyde mit Zuversicht und Stolz; Aphrodite aber hat sich entblösst.Sie steht , während die beyden andern in die Höhe gerückt sind,gerade vor dem Paris mit Pedum, dessen Blick Hermes, der hin-ter ihm steht, auf diese nackte Schönheit hinlenkt. Den ganzenUnterschied der Zeiten oder des Kunstgeschmacks gewahrt man»wenn man den Charakter dieser Personen mit dem Anstand undder Würde, besonders der bessern Vasenzeichnungen vergleicht:innerhalb dieser im Ganzen niederen Auflassung ist die Ausfüh-rung und Zeichnung zu rühmen. Here fasst mit Anstand denPeplos über ihrem Haupt, und auch Aphrodite erinnert nur andie übliche Darstellung dieser Göttin, nicht an Absicht in die-ser besondern Scene, so edel ist die Haltung. Dahey ist zubemerken, dass das Gemälde, wie alle besseren, im Original nochweit mehr als in Abbildungen das Grosse des antiken Styls ver-räth. Oben sitzt unter Bäumen ein Jüngling mit PhrygischerMütze, Pedum und Laute, der nichts anders als Paris seyn kann,eine zweyte Scene also, Paris in seiner Einsamkeit- Der Heraus-geber bemerkt dass ein andres ähnliches, doch minder vorzüg-liches aus Herculaneum noch nicht veröffentlicht sey. Sonst istmir, ausser dem oben erwähnten Paris und Oenone, in Pompeji nur ein Paris mit Pedum und einem Stier im Haus der einen Jagdaufgefallen, und Göthe gedenkt einer Zeichnung von Ternite, Pa-ris dem der Liebesgott zuzusprechen scheine, in einem Rund.

75. Wie verbreitet und abgenutzt übrigens der Gegenstandauch in der Wandmalerey gewesen sey, kann man schliessen auseinem Spottbild aus einer dieser Städte selbst, nicht, wie uns N.45 eines vorkam, auf den Styl der Darstellung, sondern auf dieSache selbst. Vor einem Hahn auf einer phallischen Herme siehtman eine Indische Henne , eine Gans und eine Ente, die man ohneZweifel lieber als einen Scherz auf Paris und die drey Göttinnenvor ihm beziehen, als daraus abnehmen wirddass alles in derNatur der erzeugenden Kraft huldigt 37 ). Einen Spott plumpererArt auf die Geschichte enthält ein Spiegel unten N. 116.

ist, gleicht eher einem vorhergehenden Bild mit Kassandra undApollon (oder ist die Figur weiblich?) Vgl. Archäol. Zeit. 1845S. 65.

37) Musee R. de Naples , peintures, bronzes et statues eroti-ques du Cabinet secret par M. C. F (amin). Paris 1836 pl. 54.Daselbst ist Aeneas mit Ancbises auf dem Rücken und Julus an