Das gemeine Wesen. Kap. il.
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ralen eine Zusammenkunft verabredet, worinn fie das Muster derjenigen freyen Regie-ruuig vestseßen wollten, welche an die Stelle der ißt gänzlich über den Haufen geworfenen r-x-,
monarchischen Verfassung eingeführet werden sollte. Nach den Berathschlagungen über 1656
diese wichtigste Sacke, worüber Menschen jemals berathschlagen können, sagt uns Ludlow,daß Cromwcl zu n Spaß ihm ein Küssen nach dem Kopf geworfen hätte; und da Ludlowein andres Küssen ergriffen, um das Complimem zu erwiedern, wäre der General dieTrep-pein hinunter gelaufen, und hätte in der Eile beynahe sein Bein zerbrochen. AIS das hoheIiusti'ßgericht das Todesurthcil des Königes unterschrieb, eine Sache, die, wenn es mög-lichist, noch ernsthafter war, nahm Cromwel die Feder in die Hand, und befprüßke, eheer seinen Namen schrieb, dem Martin , der zunächst bey ihm saß, das Gesicht mit Dinte.
Und da Martin die Feder bekam, machte er es dem Cromwel wieder eben so *). Er gaboft seinen unteren Officieren einen Schmauß; und wenn das Essen aufgetragen war; so wurdeein Zeichen gegeben; und die Soldaten stürzten herein, und liefen mit vielem Getümmelund Unordnung mit allen Schüsseln davon, und die Officiere bekamen von ihrer gehofftenMahlzeit nichts *").
Unter allen diesen Kindereyen und Possen nahm dieser außerordentliche Mann Gele-gcnheit, die Charaktere, Absichten und Schwachheiten der Personen zu bemerken; und ofttrieb er fie beym Trunke so weit, daß sie ihm die tiefsten Winkel ihres Herzens eröffneten.
Aber an feinem Hofe wurde eine große Ordnung, und selbst eine Strenge in den Sittenbeobachtet; er sah sich auch wohl vor, daß er durch keine Freyheiten die strengsten unterden Heiligen beleidigte. Er führte zwar einigen Staat; aber mit wenigen Kosten, undohne Pracht. Der hohe Adel wurde zwar von ihm geliebkoset, doch hielt er sich zurück,und wollte sich nicht mit den niedrigen Personen abgeben, welche die Werkzeuge seiner Re-gierung waren. Ohne die Oekonomic aus den Augen zu seßen, war er freygebig gegen die-jenigen, welche ihm dienten; und er ve stand die Kunst, alle diejenigen Leute, welche diejenigenTalente besaßen, die zu einer oder der andern Bedienung erfordert wurden, zu finden, undin seinen Dienst zu nehmen. Seine Generale, seine Admirale, seine Richter, seine Gesand-ten , waren Personen, welche alle mir eina der, ein jeder in seiner eignen Sphäre, zu derSicherheit des Procectors, und zu dem Vortheil der Nation das ihrige beytrugen.
Unter dem Vorwande, daß er Schottland und Irrland zu einer einzigen Republik mitEngland verbinden wollte, hatte er d^e Königreiche zu einem gänzlichen Gehorsam ge-bracht; und begegnete ihnen völlig wie erobenen Provinzen. Die bürgerliche Regierungvon Schottland bestand in einem Rath, den meistens Engländer ausmachten, und derLord Brochill war Präsident. Die Gerechtigkeit wurde von sieben Richtern verwaltet, vonwelchen vier Engländer waren. Um den tnannischen Adel zu demüthigen, schaffte er alleLehne ab***), und richtete das Amt der Friedensrichter wieder auf, welches Jakob eingefüh-ret hakte, aber nicht erhalten konnte f). Eö wurde eine ganze Menge von Vestungen undGarnisonen in dem ganzen Königreiche gehalten; eine Armee von 10,000 Mann fs) hieltalles in Frieden, und weder die Banditen der Gebirge, noch auch die abergläubisch From-men des platten Landes, konnten ihre Neigung zu Unordnungen und Unruhen, befriedigen.
Er
*) l'ryal vk tke krßicicler.
**) Bates.
***) Whtteloke S- 570.
's) Thnrloe IV. S. 57.W II. B. VI. S- 557.