Das gemeine Wesin. Kap. n. 7z
Die meisten Glieder des Parlaments waren ißt durch diese Kunstgriffe und Gewalt-samkeit endlich Freunde des Protectors, oder auch entschlossen, diese kriegerische Regierungdurch ihre Gefälligkeit mit ihren Gesetzen und Freyheiten, wenn es möglich wäre, in Ver.träglichkcit zu setzen. Sie gaben ihre Stimmen zu einer Acte, worinn allen Ansprüchen desCarl Stuart, und aller und jeder aus seiner Familie entsaget wurde; und diese war dieerste, welche unter dem Schein einer Nacionaleimvilligung jemals dieses Absehen gehabthatte. Der Obrist Iephson wagte es, um die Neigung des Hauses zu erforschen, den Vor-schlag zu thun, daß das Parlament dem Cromwcl die Krone antragen möchte: und ent-deckte dabey keine Verwunderung, und keinen Widerstand. Als Cromwel den Iephsonhernachmals fragte, was ihn bewogen hätte, einen solchen Vorschlag zu thun; sagte er:„so lange ich die Ehre habe, im Parlament zu sitzen, muß ich den Vorschriften meines„ eigenen Gewissens folgen, so unglücklich ich auch immer seyn mag, Sie zu beleidigen,,.Geh, sagte Cromwel, indem er ihn sanft auf die Schultern schlug, geh, du närrischerKerl!
Um sich den Weg zu diesem Schritte, den er so brünstig wünschte, zu bahnen, ent-schloß sich Cromwel, seine Generalmajore aufzuopfern, von denen er wußte, daß sie derNation höchst verhaßt wären. Dieser Schritt war auch zu seiner eignen Sicherheit noth-wendig geworden. Alle ganz militärische Regierungen sind in beständiger Ungewißheit, obsie zu einer despotischen Monarchie, oder zu einer despotischen Aristokratie ausschlagen wer-den, nachdem entweder die Macht des obersten Befehlshabers, oder die Gewalt der OHstciere, die nächst ihm den höchsten Rang haben, die Oberhand behält. Die Generalma-jore, welche eine so ausnehmende Gerichtsbarkeit hatten, stetigen an, einen besondern An-spruch auf die Gewalt zu machen, und waren dem Protektor selbst furchtbar geworden ;und ob er gleich diese Unbequemlichkeit nicht voraus gesehen harte, so wußte er doch in Zeiten,ehe es zu spät wurde, Mittel dagegen. Cleypole, sein Schwiegersohn, der sein ganzesVertrauen besaß, überließ sie dem Willen des Hauses; und obgleich der Name beybehal-ten wurde, so wurde doch ausgemacht, daß die Gewalt derGcneralmajore verringert, odervielmehr gänzlich vernichtet werden sollte.
Zuletzt schlug der Aldermann Pack auf eine förmlichere Art vor, daß der Protektor mitder königlichen Würde bekleidet werden möchte. Dieser Vorschlag erregte anfangs vieleUnordnungen, und theilte das Haus in Parteyen. Der vornehmste Widerstand kam vonden gewöhnlichen Anhängern des Protectors, von den Generabnajoren, und solchen Offi-cieren, welche von ihnen abhiengen. Lamberk, ein Mann voll tiefer Intriguen, und vongroßem Ansehen in der A'-inee, hatte lange den Ehrgeiz gehabt, dem Cromwel in seinemProtcctorat zu folgen; und sah voraus, daß mit der Wiederherstellung der Monarchie auchdas Erbrecht wieder hergestellt, und die Krone den Nachkommendes zuerst gewählten Prin-zen wieder gegeben werden würde. Er schützte also eine Gewissenhaftigkeit vor; und indemer gegen die königliche Regierung alle diese bürgerliche und religiöse Bedenklichkeiten wiederrege machte, welche man unter den Soldaten mit so vielem Fleiß ausgebreitet hatte, undwelche ihnen zu Verwänden in so vielen Gewaltthätigkeiten gedienet hatten, so machte ersich eine zahlreiche, und eine noch mächtigere Partey gegen diesen Vorschlag.
Hingegen wurde der Vorschlag von allen unterstützt, welche dem Protektor persön-licher ergeben waren, und durch ein so vorcheilhaftes Verfahrender herrschenden Macht ihreHume Gesch. v. Großbrir. U. Th. K - Erge-