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Mittlerweile hatte General Milberg, der beordert war,die russische Armee zu beobachten, ihre Zufuhren abzuschnei-den, und ihre Verbindung zu hindern, mit seinen Haupt-sireitkräften seine Stellung in Plock genommen, wie es ihmder Gencralstab vorgeschrieben hatte, statt sich zu Sohoczpnan der Wkra aufzustellen, wie es die Umstände erforderten.Nur hier konnte er seine Sendung erfüllen; nur von hierkonnte er auf die eine oder auf die andere Seite der Wkragehen und die Russen aufsuchen.
Das erste feindliche Korps, welches sich zeigte, war dieDivision Gcrstcnzweig, welche von Pultusk über Schoczpnauf Racionz vorrückte. Milberg machte ihr nicht einmalden Uebergang über die Wkra streitig; er begnügte sich, ihrdie Reitereidivision Turno mit einer Batterie leichter Ar-tillerie entgegenzuschicken; er folgte ihr mit seiner Infanterie,deren Vorrücken die schlechten Straßen und ein Schlagregenaufhielt. Turno war am Nachmittag des 2 Z. in Racionzangekommen, wo er eine der seinigen dreifach überlegeneMacht angetroffen hatte. Genöthigt, sich, wie früher beiLisobpki, ohne Hoffnung auf Erfolg zu schlagen, hielt er we-nigstens den Ruhm unserer Waffen ausrecht, indem er einBeispiel von Muth und Aufopferung gab. Vergebliche An-strengungen, Milberg kam nicht an; er konnte die Bewe-gung Gerstenzweigs auf die Niederweichfel nicht aufhalten,noch ihn hindern, die Brücke von Osiek zu erreichen, welcheer den 28. überschritt.
Milberg zog sich also auf Modlin zurück, und gegen Endedes Monats Juni fand sich die ganze polnische Armee zwi-schen diesem letzteren Platze und Warschau konzentrirt, miteiner Vorhut an der Bzura , die man vernachläßigt hatte,zu befestigen, während Paszkiewicz sich an der Niederweichfelfestsetzte, und gefaßt machte, vorwärts zu marfchiren.