255
habe von Menschen das Bedauern ausdrücken hören, ant-wortete ihm Soltpk, den ehemaligen Generalissimus nicht zuihrer Verfügung zu haben, um ihn hängen zu können."Diese Antwort machte auf Skrzpnecki einen tiefen Eindruck.Soltpk verließ hieraus die drei Staatsmänner, welche sichzusammen über die Maaßregeln beriethen, die die Umständeerheischten. Es wurde beschlossen, daß sich die Armee aufWarschau zurückziehe; und, um diese Bewegung den Russenzu verbergen, verschob man die Ausführung auf die folgendeNacht; mittlerweile sandte man ein Reiterei-Regiment ab,welches der neue Gouverneur verlangte, um ihm bei Wie-derherstellung der Ordnung zu helfen. Man beschloß zugleicher Zeit, daß Skrzpnecki, um der öffentlichen MeinungGenüge zu leisten, den Befehl des Armeekorps abgebe, dasbis jetzt seiner Sorgfalt anvertraut geblieben war.
Die Stadt hatte am Morgen und während dem Laufedes 16. wieder einen ruhigeren Anblick angenommen; einebeträchtliche Anzahl von Individuen, durch die Neugierdeherbeigezogen, hatte sich auf die Schauplätze dieser schreckli-chen Scenen begeben, wo die Leichname noch öffentlich allenBlicken ausgesetzt waren. Zweifelsohne war Bedauern imHerzensgründe Aller, und Alle beklagten die Ausschweifun-gen, welche begangen worden waren; dennoch glaubte manim Allgemeinen nicht, daß das vergossene Blut ohne Folgenbleiben solle, und besonders dachte man nicht daran, denTod der Spione des Großfürsten zu bemitleiden.
Indessen schien Niemand die Leitung der Angelegenheitenübernehmen zu wollen, das Volk blieb ruhig, und es ist,neben den übrigen, ein neuer Beweis des unermeßlichen An-theils, den Krukowiecki an allen Unordnungen gehabt hatte,daß sie in dem nemlichcn Augenblick aufhörten, wo er zumGouverneur ernannt war; auf einigen Punkten der Stadtallein beging man noch einige Ausschweifungen; um 6 UhrMorgens hängte man an einer Laterne, die vor seiner Woh-nung angebracht war, den ehemaligen Staatsrath Hankie-