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Zweiter Band.
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fortzusetzen, aber die, welche Praga überlieferte, gestatteteuns nur schwer, unsere Truppen zu vereinigen, und über-ließ den Russen das Centrum der Operationen. Don daan konnten sie gegen unsere vereinzelten Divisionen agi-len, und es mußte ihnen wahrscheinlicher Weise gelingen,ste nacheinander zu überwältigen. Sie boten uns zum Tauschgegen die Vortheile, welche wir verloren, einen Waffenstill-stand von 48 Stunden, um Warscl>au zu räumen, unsereWaffen, Kriegs- und Montirungsvorräthe mitzunehmen, unduns mit dem Korps Ramorinv's zu vereinigen; wir nahmendiesen unheilbringenden Tausch an, und die Kapitulationwurde in Praga durch Malachvwski unterzeichnet, in Folgeeines Kriegsraths, dem mehrere Generale und der Re-gierungs-Präsident anwohnten. Diese Uebereinkunft wurdespäter die Ursache aller unserer Unglücksfälle.

Jetzt marschirte die Armee nach Jablonna ; der Reichstag folgte ihr, so wie die Regierung. Eine große Anzahl vonPatrioten, welche so viel Mißgeschick noch nicht entmuthigthatte, gingen zu Fuß; der Neichstags-Marschall selbst hattekein Pferd zu seiner Verfügung.

Um Mittag nahm der Feind Besitz von Praga; indemer bald die Bande einer Kapitulation, die mit Männern ab-geschlossen wurde, welche er als Aufrührer betrachtete, brach,beschloß er, sich der Räumung Warschau's zu widersetzen.Er hielt die Abführung der Kriegsvorräthe und der der pol-nischen Armee so unumgänglich nothwendigen Gegenständeauf, und schickte ohne Verzug eine Division auf das rechteUfer, um bereit zu seyn, die Vereinigung mit Ramorino zuhintertreiben.

Von Jablonna schickte Malachvwski an Ramorino denBefehl, über Kamienczyk zu der Armee in Modlin zustoßen,und da es ihm nicht mehr möglich war, Modlin auf demrechten Ufer des Bug zu erreichen, so mußte man ihm eineBrücke über diesen Fluß schlagen. Ramorino war zu ent-fernt, und konnte, wie sehr er auch eilte, nicht frühe genug