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Politische und militärische Betrachtungen über die Schweiz / von Napoléon Louis C. Bonaparte
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tet uns die Geschichte ein so schönes Beyspiel von gleichuneigennütziger Hochherzigkeit dar.

Wenn man das ganze Betragen Napoleons prüft,so wird man überall dieselben Kennzeichen des Fortschrei-tens und denselben Anschein von Stabilität wahrnehmen.Dieses ist der Schlüssel zu seiner ganzen Geschichte. Aber,wird man fragen, wo sollte dieser provisorische Zustandseine Grenze finden? Mit der Niederlage der Russen undmit der Erniedrigung der englischen Aristokratie. Wäreer Sieger geblieben, er hätte das Herzogthum Warschau ineinen polnischen Nationalstaat umgewandelt; aus Westpha-len wäre wieder ein deutscher Nationalstaat und ausdem Vicekönigreich ein italienischer Nationalstaat hervor-gegangen; in Frankreich wäre die Diktatorsgewalt durcheine freysinnige Regierung ersetzt worden; allenthalbenwäre Festigkeit, Freyheit, Unabhängigkeit an die Stelleder nur theilweisen unvollkommenen Nationaleinrichtun-gen und der vorübergehenden Institutionen getreten. Doch,kommen wir wieder auf die Schweiz zurück.

Bis zum Jahre 1814 genoß die Schweiz im Ganzeneiner vollkommenen Ruhe; die Linienregimenter, welche sieFrankreich stellte, ernteten in den Reihen der großen Armeeauch ihren Antheil von Ruhm; aber das Unglück Napoleons weckte sogleich wieder die alten Anmaßungen der Parteyder Bevorrechteten, und die durch ihre Häupter betro-gene Schweiz warf sich fremden Fürsten zu Füßen undöffneten ihnen ihre Thore. So wie der Rheinbund sei-nen Protektor, so verlor die Schweiz ihren Vermittlerund die nordischen Scharen zogen triumphirend nebenden Schlachtfeldern von Sempach und Morgarten vorbey.