Band 
Erster Theil.
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Ueber diesen Arbeiten verstrichen mehrere hundert Jahre,

Und viele Ereignisse hinderten oder beförderten deren Fort-gang. Römische Truppen besetzten die befestigten Punkte;die Helvetier hingegen unterhielten eine eigene Besatzung aufdem Stein zu Baden (gguM), und besaßen übrigens im er-sten Zeitraum nach der Eroberung viele Freiheiten, indemihre Vorsteher die Verwaltung des Landes mit dem Reichs-Vogt (krDkectus) theilten.

Noch war die Kette der Botmäßigkeit erträglich , als aberso Jahre nach Christi, Kaiser Galba von den unzufriedenenSoldaten ermordet wurde, und die Helvetier, welche vonder Ernennung seines durch die Präterianer-Garde gewähl-ten Nachfolgers, Vitellius, keine sichere Kenntniß erhal-ten hatten, ihrem Eide treu bleiben wollten, benutzten dierömischen Besatzungen diesen Umstand zur Verheerung desTandes. Die XXI. oder raubsiichtige Legion (rapgx) plün-derte die Gegend ihres Standquartiers Windisch, überfieldie sorglosen helvetischen Jünglinge, denen Baden zur Be-wachung anvertraut war, mittelst trüglicher List, und verei-nigte sich mit dem Feldherrn Cäcina, der aus Gallien überden BcrnhardSbcrg nach Italien zu marschtren beabsichtigte.Die Helvetier mochten den Augenblick zur Wiedererlangungihrer Selbstständigkeit benutzen wollen; ein allgemeiner Land-tag beschloß, mittelst Aufstellung eines Heeres, das Clau-dius Tiberinus befehligte, diesen Durchzug zu wehren.Es MtSlang diese Kraftäußerung des Volks; mehr denntausend Jahre und Strome Bluts wurden erfordert, umHelvctien ins Seyn zurückzurufen.

Auf dem Bözberg kam es zur Schlacht. Unter den Hel-vctiern nun bereuend die Kriegskunst vernachlässigt zu ha-ben wurde ein furchtbares Blutbad angerichtet, wobei denNvmcrn die Hülfe der Germanen, welche sie in ihren Soldgenommen, treffliche Dienste leistete. Weit und breit ver-wüsteten die Sieger alles, verkauften Männer und Weiberals elende Sklaven. Das Schloß zu Baden ward zerstört,Aventicum gebrandschatzt und Julius AlpinuS der Nestor desStaats, elendiglich umgebracht.