Band 
Erster Theil.
Seite
26
JPEG-Download
 

menden eingeschlagen, Sümpft ausgetrocknet, Wälder um-gehauen/ und vieles Uechtland ward urbar gemacht. Unterdem Schirm eines weisen Regenten genoß das Volk so vieleImmunitäten/ als mit der Knechtschaft verträglich sind.

Mach diesem berühmten Fürsten, unter dem schwachenZepter seiner elenden Nachfolger / wurden dessen Eroberungengetheilt. Lothar bekam die Kaiserwürde/ nebst Italien /Burgund / Schwabe»/. Elsaß und den Niederlanden ; Karl der Kahle / erhielt Ncustrien und Aquitanien (Karlingenoder Frankreich ); Ludwig bekam Auffraßen/ Ost-Frankenoder Deutschland / und den Theil Helvetiens auf dem rech-ten Reusufer. Lothar II. stiftete imJahr s.;s, das lothrin-gische Reich/ mit welchem die helvetischen Lande vereinigtwurden; als dieser starb / Anno 869 / ward wieder getheilt.Es bleibt eine schwierige Aufgabe/ die so oftz wechselndenGrenzer»/ Benennungen und Herrscher der verschiedenen Thei-le unseres jetzigen Vaterlandes/ mit Klarheit zu erörtern; die-ses würde auch eine übelbelohnende Arbeit seyn / indem diegeschicktesten Historiker in ihren Angaben nicht einig sind. So.viel ist gewiß/ daß damalen das Allemanische Helveticnzum Reich der Deutschen / das Burgundische zuFrankreich kam.

Wie nun Ludwig der Stammelnde gestorben/ Anno879/ blieb das Reich ohne tüchtiges Oberhaupt/ und war ei-nerseits den Normancn/ anderseits den Sarazenen preis-gegeben. Graf Bosv/ ein kühner Krieger/ benutzte den Au-genblick / um sich zu Stenne im Dauphinat/ als König vonArelat oder Neuburgund wählen zu lasse»/ und denganzen Lauf der Rhone / von seiner Quelle bis an dasMittelländische Meer unter seine Botmäßigkeit zu bringen.Karl der dicke / König zu Ostfranken, überzog den Neuge-krönten mit Krieg/ gewann durch seinen Feldherrn im Jahr886. zwischen Orbe und Jferten eine Schlacht/ und erwarbdadurch das Lehenrecht über das Arelatische Reich / welcheszum Unterschied aller früher und später in jener Gegend ge-stifteten, cis-juranisch oder koxzume cl'äries genannt ward.