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seiner Statthalter begnügte»/ thaten die Grafen/ Freiherr»»/Bischöffe/ Aebte und Kastellane ein gleiches/ dermaßen daßVerwirrung und Anarchie immer mehr überhand nahm/ wel-che Plagen sich durch stete Zwiste unter dein Adel und der»hcrrschsüchtigen Prälaten äusserten.
Wenig rühmliches kann die Kriegskunst aus jenen trauri-gen Zeiten regelloser Bcfehdungcn in ihre Blätter auf-nehmen. Nach Gutsinden der adclichen Herren mußte devDassal Gut und Blut lassen. Gegenseitige Raubstrcife be-zeichneten die damaligen Kriege; kam es zur Feldschlacht/ sowurde gewöhnlich die eine Parthei zersprengt; die Herrenretteten sich alsdann in ihre festen Häuser- die armen Unter-thanen wurden vom Sieger mit Feuer und Schwerdt um ih-re Habe gebracht. Was ist übrigens mit einem Heer zu ma-che»/ das ohne'eingewurzelte Disciplin und ohne Sold ge-führt wird? — welches wegen Mangel an ordnungsmäßigerVerpflegung auseinander läuft/ sobald Liemitgcschleptc Sub-ststenz aufgezehrt worden? —
Doch mitten durch dieses finstere Gemälde/ schimmert diemilitairischc Institution des NitterthumS/ glänzend her-vor. Dasselbe war ursprünglich ein kriegerischer Grad/ wel-cher als Belohnung mit vieler Feierlichkeit gegeben wurde /und dessen Genossen- nach den Regeln der Turnkunst, zugroßen Thaten sich vorbereiteten. Das Wappenschild zierteausschließlich den adclichen Kämpen. Dem Mißbrauch spä-terer Zeiten ohncrachtet/ wird der ächte Ritter immer dasSinnbild des wahren Kriegers bleiben — zum Schutz derSchwachen / der Religion und des Vaterlands l
Die Waffenrüstungen der damaligen Ritter waren Helm,Panzerhemd- Schild/ Lanze/ Schwerdt/ Streitaxt/ Kofibeund Dolch; nachher erhielten sie den vollen Harnisch / undhüllten sich ganz in Eisen. Diese Reiterei, deren Streit-hengste ebenfalls mit Eisenblech gegen Hieb und Stich ver-wahrt wurden, fochten einzeln oder in dichten Haufen, vonihren Knappen zu Pferd. unterstützt. Im Verhältniß, daßdieselbe sich vermehrte, wurde das Fußvolk, welches unterdein Großen Karl den Hauptbestand des Heeres formirte, im-mer mehr verachtet.