Band 
Erster Theil.
Seite
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Selbst die Religion hat bei dem Spanier die Kraft zumEmporstreben gelähmt, da er zu sehr dem Aeußcrn der-selben ergeben ist. Zwar hatte Carl der Dritte unterAnleitung erfahrener und aufgeklärter Männer Alles ge-than, dem Kunstfleiße wieder aufzuhelfen; allein erkonnte ihn nickt mehr auf jenen Grad der Vollkommen-heit bringen, auf welchem er im 15. und 16. Jahr-hunderte gestanden halte. Die von der jetzigen Regierungverbotene Einfuhr Englischer Daumwollefabrikate wirktein keiner Hinsicht auf die Belebung des Kunstflcißcs;nur der in Spanien so sehr verbreitete Schleichhandelwurde dadurch vermehrt. In allen Fabriken des König-reichs sind jetzt kaum 40,000 männliche Fabrikanten be-schäftigt.

In gleichem Grade hatte die geistige Cultur desSpaniers abgenommen. Durch Napoleons kurze Regie-rung wurde sie zwar neu belebt; allein mit der RückkehrFerdinands erstarb die jugendliche Pflanze abermal. Mitblutendem Herzen erblickt der Beobachter nur noch dieRuinen der ehemaligen wissenschaftlichen Größe der Spa-nischen Nation. Freilich glänzen die Spanier, begabtmit einer reichen Phantasie, im Besitze einer stolzen undvolltönenden Sprache, noch immer als Dichter und Red-ner ; außerdem haben sie besonders glückliche Anlagen fürdie schöne Kunst, so wie es denn unter ihnen eine bedeu-tende Anzahl ausgezeichneter Maler, Kupferstecher u. s. f.gibt. Auch trifft man nicht selten Freunde von Alterthü-mern. Der Grund davon scheint wohl darin zu liegen,daß dabei die Gefahr der Verketzerung entfernt bleibt,indem keine Bücher dazu gehören, welche in dem csta-