Kerker zu öffnen und Alle zu entlassen, die wegen Em-pörung gegen ihn gefangen fassen. Madrid sah seine»neuen Monarchen am 20. Julius zum ersten Male, undfünf Tage später wurde er als solcher proclamirt. Allesjubelte ihm laut entgegen; es gab ja nun wieder Stier-gefechte, der Pöbel durfte sich um ausgeworfene Geld-summen raufen! Allein dieser Freudenrausch dauertenicht lange; mit den Feierlichkeiten endete jede Gunstder Gesinnung, und die Wiederholung der Greuclseenenvom 2 . Mai wurde nur durch die Menge der Franzö-sischen Dayonnette zurückgehalten.
Ehe ich dem Leser den Vorhang aufziehe, um ihndas Schauspiel der fürchterlichsten Empörung und derblutigsten Schlachten, welche von nun an auf Spaniens Boden sich entfaltete», sehen zu lassen, dürfte es nichtunzweckmäßig seyn, wenn wir zuvor noch einmal aufPortugal flüchtigen Blickes zurückschallen.
In diesem Nachbarlande hatte Junot während dereben dargestellten Ereignisse in Spanien an der neuenGestaltung der Dinge mit regem Eifer gearbeitet. Nichtleicht würde Napoleon für seine Zwecke einen thätigern,geschicktem und willigem Mann gefunden haben. Zu-frieden mit dessen einsichtsvoller Leitung bei Portugals Unterwerfung, ernannte er ihn deshalb auch zum Herzogevon Abrantes . Doch nicht die Aussichten auf höhernRang und auf außerordentliche Belohnungen waren es,die den General Junot bei diesem seiner Führung anver-trauten Geschäfte zu einer so rastlosen und eingreifende»Thätigkeit anspornten. Frankreichs Waffenruhm lag ihmallein am Herzen; er galt ihm mehr als Alles.