Z15
waren; der bei weitem größte Theil trug Jagdflinten,Piken und an lange Stangen befestigte Säbel oder zer-brochene Bayonnetle. Aus den Pulvermühlen von VillaFeliche bezog man das Pulver, und der Besitz von scchs-zehn, meistens schlechten, Kanonen berechtigte zu keinengroßen Erwartungen. Allein bei allem diesem Mangelhinlänglicher Verthcidigungsmittcl konnte nichts den Muthder braven Acagonicr schwächen, noch ihren Entschlußerschüttern. Mit der herannahenden Gefahr verdoppeltensich ihre Anstrengungen, und sie hatten, wiewohl nurmit halbgenbten Truppen, noch zeitig genug alle Haupt-straßen nach Zaragoza besetzt, ehe die Franzosen auf demMarsche dahin begriffen waren. Fünfhundert AragonischeFüsiliere beobachteten bei Tudcla mit den Einwohnerndieser Stadt den Ebro und vertheidigten sich mit vielerHartnäckigkeit hinter der abgebrochenen Drücke, auf demrechten Ufer dieses Flusses, gegen den unter LefcbvreD.rnouettes von Pamplona her anrückenden Feind. Die-ser, an Zahl und Kriegsübung überlegen, setzte indeß am9. Junius auf einigen vorgefundenen Kähnen über denStrom, und die Spanier mußten für diese Unachtsamkeittheuer büßen. Sie wurden umzingelt, verloren dreiKanonen, und der Französische General ließ zum ab-schreckenden Beispiele alle Gefangenen erschießen. Miteinem Corps von 10,000 Mann Infanterie, 200 Rei-tern und acht Kanonen marschirte nun Palafox selbst demFeinde bis Mallen entgegen, wo es zu einem kurzen,aber blutigen Kampfe kam, der sich zum Vortheile derFranzosen entschied, die mit großem Ungestümm ange-griffen und den Spaniern fünf Kanonen abgenommen