Band 
Erster Theil.
Seite
404
JPEG-Download
 

404

Wir theilten die Zimmer in diesem geräumigen Hause mitdenselben und behielten vier zu unserm Gebrauche. Kücheund Keller waren sehr gut versehen und boten uns ein-mal wieder nach so langer Entbehrung einen ersehntenund köstlichen Schmaus. Die Hausfrau, ein sehr artigesGeschöpf, versagte uns nichts Und gab mit gutem WillenAlles, was uns nothwendig war. Um so strafbarer undunschicklicher erschien daher das Benehmen einiger unsererSoldaten, die sich an den vergrabenen Schätzen dieserguten Familie bereichern wollten. Sie hatten mehrereBehältnisse mit Silber und andern Kostbarkeiten aufge-spürt und suchten sie eben in Sicherheit zu bringen, alssie mir mit ihrem Raube noch zeitig genug in die Händeliefen. Der Oberstlieutenant, ein Mann von strengerGewissenhaftigkeit, über diesen höchst unangenehmenVorfall äußerst aufgebracht, hätte dem Obersten, der nichtweniger geneigt war, ein solches Verbrechen mit allerSchärfe zu strafen, die Schuldigen zur körperlichen Züch-tigung vor dem versammelten Rcgimcnte gewiß angezeigt,wäre die gestimmte Familie mit ihren dringenden Bittenum Schonung der Strafbaren nicht in's Mittel getreten.Der Edelmann erhielt seinen Schatz wieder zurück, bisauf eine goldene Uhr, die, obschon das ganze Regimentdurchsucht worden war, nicht wieder vorgefunden werdenkonnte.

Wir blieben nur eine Nacht hier und schieden un-gern aus dem Kreise einer liebenswürdigen, gastfreundrticken Familie, die nur aus Furcht vor den schrecklichenFremdlingen ihre Thüren verschlossen hatte. Die Verrläumdung mychte wohl nicht ermangelt haben, die heran-