Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
496
JPEG-Download
 

496

abgehauen. Indeß die Thätigkeit der Valencianer hat-te bereits durch neue Anpflanzungen die alte Prachtwieder herzustellen gesucht, und kaum dürfte jetzt nochirgend eine Spur von Zerstörung zu schauen seyn.

In dieser Regsamkeit wetteifern die Valencianer mitden Vizcayern und Catalancn; sie verstehen wie dieseihren beständigen Hang zum Vergnügen und zur Mun,terkcit mit der Lust zur Arbeit sehr gut einzutheilen.Dabei sind sie angenehme Gesellschafter, sehr verstän-dig, gesprächig und gegen ihre Weiber nngemein gefäl-lig; auf der andern Seite hingegen leichtsinnig, unbe-ständig, falsch, listig, unversöhnlich, mißtrauisch, bi-gott, im höchsten Grade eifersüchtig. Fremden abge-neigt; auch gibt es fast in ganz Spanien keinen Markt-schreier, Luftspringer oder Sailtänzcr, der. nicht Va-lencia sein Vaterland nennte. Kaum sollte man diesemoralischen Gebrechen bei einem so arbeitsamen Volkevermuthen, am wenigsten, wenn man den glücklichenAckersmann am Abend nach vollbrachtem Tagewerk imkühlen Schatten vor seiner Wohnung feine Cigarre inbehaglicher Ruhe schmauchen oder sich mit verschiedenenSpielen unterhalten sieht, während die Hausfrau bei'mAbhaspeln der Seide sein Ohr durch Gesaug ergehtoder die Fröhlichkeit mit ihren umherhüpfendeu halb-nackten Kindern theilt. Mit dem ersten Saitenklangeeiner Guitarre aber ist plötzlich alles Spiel zu Ende;Mann und Weib werfen Haspel und Cigarre weg, vongemeinsamem Vergnügen, wie einem elektrischen Funken,durchbebt. Allmächtig wirkt des üppigen FandangoZaubergewalt und der Castailctten hclltönendes Gcklap-