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Leeuwarden.
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licheu Erben. Die näheren Bestimmungen darüber sind aus der frän-kisch-christlichen Zeit.
An den Volkstrachten hängt der Friesländer noch eben so, wie anden Sitten und Gebräuchen seiner Vorfahren. Sie sind nicht mindermalerisch, als alterthümlich anziehend. Ausgezeichnet bei den Männerndurch eine Menge goldner und silberner Knöpfe, prangen sie bei denFrauen oft in einem wahren Reichthum von Goldzierrathen und Kleino-dieen, namentlich in Leeuwarden , wo das zarte Geschlecht zugleichauch noch durch den Ruhm hoher Schönheit hervorragt. Vortrefflichstehen besonders den Mädchen die kostbaren Haarspangen, die an denGebläsen in Rosetten oder Ringeln enden, und die netten Spitzenhäub-chen, deren reichgestickte Schleierflügel zierlich über den Nacken herab-wallen. Oft kommen dazu noch Stirnbänder mit edlen Steinen, Dia-mantnadeln, Halsketten, Ohrringe und andres Schmuckwerk, wodurchein Kopfputz entsteht, der nicht selten mehrere Tausende an Werth reprä-sentirt und den schon durch ihre Frische reizenden Friesländerinnen einwahrhaft feenhaftes Ansetzn verleiht. Selbst unter den niederen Volks-klaffen besteht dieser Kopfschmuck aus Gold und hebt auch das zarteWeiß des Antlitzes bleicher Schönen. (S. Sä). Dies stimmt im Allge-meinen auch ganz und gar mit dem Befitzthum und mit der Wohlhaben-heit überein; denn hier gibt es ungeinein reiche Bauern, und mit einerRuhmredigkeit, die mit der sonstige» Einfachheit und Sparsamkeit ganzim Widerspruch steht, erzählte man uns, daß ein friesischer Landmannzur Residenz gefahren sei, dessen Wagen mit Silber und Gold beschla-gen war, während seine Pferde in goldnen und silbernen Geschirren undHufeisen prangten. Nach einer andern Version fuhr der bäuerischeKrösus mit diesem Anfwande einst seinen Landesherr«. Gewiß ist, daßder reiche Friesländer, wie in seiner Tracht, auch an seinen Pferdege-schirren den Luxus liebt. Besonders aber die Gastmahle, wie nichtminder die Hochzeiten, feiert man mit einer Ueppigkeit, welche ehe-dem die Städte nöthigte, sie durch Gesetze oder Küren zu beschränken.Die Friesen hatten einen Regler des Festmahles unter dem Sei wardoder Sjourd. Er schrieb in Hinsicht der Ordnung bei den Speisenwie beim Trinken Gesetze vor. Bei den Hochzeiten fand eine sonder-bare Gewohnheit statt. Wenn die Braut heimgeführt wurde, versperrteeiner der nächsten Verwandten des Bräutigams ihr den Eingang derThüre, indem er ihr einen Besen zuwarf; wenn die Braut dennochhineinkam, stand einer der Nachbarn oder Freunde des Bräutigams mit