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bald sie sehen, dass ihre Eltern ein saur gesicht machen, das maulrümpfen, oder mit den füssen scharren, so gedenken sie alsobald dasssie etwas verfehlt haben, fragen was sie begehren, und verrichtenalso ihr ampt.“
Noch existiren eine Reihe von Predigten, welche bei Gelegen-heit von Cometen gehalten wurden. Ich führe Ihnen aus einer sol-chen, die ein gewisser Dr. Dietericus, Superintendent zu Ulm , beiAnlass des Cometen von 1618 hielt, — nach Versicherung meinerQuelle 20 ein hochgelehrter Mann, — die Stelle an, mit der er seineandächtigen Zuhörer anleitete, mit welchen Gesinnungen sie einenCometen ansehen sollen: „Man soll den Cometen nicht ansehen,“sagt er, „wie das Kalb ein neu Thor ansiehet, — ihm zu Gefallen,mehr aus Fürwitz, als bewegendem Herzen, einen Abend oder zweennachgehen, — sehen, wie er formirt und beschaffen, — uns auf denMarktplatz und andere Gassen stellen, — hinauf gen Himmel gaffen,—uns, wie er so ein seltsamer Stern sei, wie er einen so langen Schwantzoder Schweiff habe, verwundern; oder auch, woher er entstehe, wasseine Ursachen in der Natur seyen, an den Natur-Kündigern undHimmels-Lauf-Erfahrnen sorglich erforschen, — wann folgends solcherVorwitz gebüsst, uns mehr und ferner darüber nicht mehr beküm-mern. Nein, damit ist es nicht ausgerichtet: Sondern, wann wir denstrahlenden Cometen oder Schwantzstern, so eben, wie ein langer Kehr-Besen oder Ruten gestaltet und formirt, ob unsern Augen flammensehen, da sollen wir uns anders nichts einbilden, als wann wir un-sern Herrn und Gott im Himmel, wie einen zornigen Vater, mit ei-ner Rute vor seinen Kindern, vor uns stehen sehen, — der da mitdieser seiner feurigen, zwitzerenden, funckelnden Ruten, bald baldhinder uns her zu wischen traue, — uns unser lang verdientes, wol-verschuldetes Product abzuzablen, und um unserer vielfältigen schwe-ren Sünden willen, der Gebühr nach heimzusuchen und zu straffen.Das sollen wir hiebey bedenken, und nicht, aus was verborgenerKrafft der Natur der Comet geschehe, vorwitziglich allein nachgrüb-len. Es ist'-genug, dass du Gottes Zorn erkennest, und dein Lebenbesserst.“
Keppler, obschon natürlich etwas freier in seinen Ansichten alsdie meisten seiner Zeitgenossen, schrieb 21 über die Bedeutung derCometen Folgendes: „Ob wol ein Comet ein natürlich Ding, und
20 ) Verwerffung des Cometen-Gespötts. 1681. 4.
»') Siehe 6.