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Ueber Cometen und Cometen-Aberglauben : ein populärer Vortrag den 22. Januar 1857 zu Zürich gehalten
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Cysat, und mehrere Andere dahin ausgesprochen, dass die Cometenin gerader Linie zu gehen scheinen. Etwas später äusserte der durchseine grossen astronomischen Arbeiten berühmte Bürgermeister Hevelin Danzig die Vermuthung, dass die Bahn der Cometen eher einegewisse krumme Linie, eine sog. Parabel, sein möchte. 28 Eine sichereErkenntniss brachte aber erst der grosse Comet von 1 680: Zuerst

2S ) In der sehr seltenen und sogar Lalande unbekannt gebliebenen Schrift:Physicalischer und astrologischer Bericht von denen erschrecklichen "Windenim Nov. und Dec. 1660, wie auch im Jan. 1661. Aufgesetzet von JohannesPlacentinus. Frankfurt a. O. 1661. 4. findet sich folgender interessante BriefHevels, den ich mir nicht versagen kann hier ganz zu reproduciren:Hochge"ehrter, grossgünstiger Herr Placentine. Nachdem ich etliche Tage verreiset ge-wesen, und gestern Abend erst nach Hause kommen, sihe, da fand ich desHerrn Schreiben vom 11. Februarii, worauff ich auch alsbald, obwohl mit sehrvielen Geschäften beladen, antworte, aber kürtzlich: dass nemblich wahr sei,dass ich den 3. Februarii St. N. des Morgens ungefehr umb 6 Uhr, in Osteneinen rechten Cometen, mit einem zimlichen langen Schwantze observiret;stund damals unter dem Delphino, ungefehr im 10. und 20. gr. Aquarii welchenich nachmals alle Tage, wenn es nur klar "Wetter gewesen, sehr fleissig obser-viret mit meinen sehr grossen Instrumenten, welchen ich auch noch heute umbdrey Uhr nicht allein mit den tubis, sondern auch mit den Sextante und Qua-drante observirt habe: "Worüber sich der H. vielleicht sehr verwundern, nachdemihn andere schwerlich biss zu dem 5. Februarii werden gesehen haben : hoffeihn auch noch wol länger zu sehen. Unterdessen wer ihn jtzo sehen wil, musswarlich ein gut Gesicht haben, und die fixas wohl kennen, dann er jetzo schonnicht grösser ausssiehet, als ein 5t® magnitudinis fixa. Dieser Comet ist retro-gradus, stecket annoch in der Aquila, worvon ein vieles zu schreiben wäre, wannes die Zeit leiden wolte. Ich zweifele nicht, der nur hat acht darauf gehabt,dass er wird in allen Landen seyn gesehen worden; der den Comet aber nichtbalde zu Anfänge observirt, biss zu dem 13. Febr., der wird ihn auch wolhernach nicht gesehen haben; Also auch der Herr wolle sich darüber nicht ver-wundern, dass er ihn auch jetzo nicht sehen wird, weil er nicht weiss, wo erihn finden soll; Ja obgleich ich ihm den locum sagen könte, so wird er ihndoch nicht finden; da doch ich ihn wils Gott auch über 8 Tage, und längerwohl werde, wie gesagt, nicht allein sehen, sondern auch observiren können.Aber hiervon genug. Ob der Herr die novam fixam in Ceto observirt hat, welchebey 6 Monat lang nun gestanden, weiss ich auch nicht, die wol was mehres auffsich hat als der Comet, jetzo aber ist sie gantz weg, dass auch nicht ein vesti-gium übrig, wird aber, wils Gott, (welches dem Herrn frembde Vorkommen wird)wiederkommen, und das auffs neu, weiss auch ungefehr die Zeit. "Worvon auchzu anderer Zeit ein mehrers. Den 20. Febr. im Sontag umb 11 Uhr Vormit-tags ungefehr habe ich allhier zu allererst 7 Sonnen gesehen, welches über allemassen ein sehr schönes und merkliches phaenomenon gewesen, dem gleichich nicht weiss, ob von jemand von Anfangs her sey observiret worden, worvonauch sehr viel zu schreiben were. Aber hiermit Gott befohlen. In DantzigAnn o 1661 den 2. Martii Ht. Nov. Des Herrn Dienstwilliger Johann Heweloke.